Chapter 13: Der letzte kalte Kaffee

Auf Moé seinen Handy konnte ich seine große Schwester anrufen, wie ich inzwischen erfahren hatte war sie lesbisch und wurde deshalb von ihren Vater verstoßen.
Nur drei Jahre jünger wie ich.

“Sie Idiot! Machen sie mir nie mehr solche Angst!”, keifte sie mich an während Moé auf ihrer Couch lag. Sie hatte sich die Spritze genauer angesehen und warf sie in den Müll.
Mein kleiner Bruder hat Diabetes, das ist nur seine Insulin Spritze!”, erleichtert ließ ich mich in ihr Sofa sinken und reibte mir die Stirn.
“Wieso wacht Moé nicht auf dann, wieso?”, sie selbst sah nicht wirklich aus wie eine Frau, fast so groß wie ich, keine Brust, ausserdem sah sie aus als würde sie Steroide nehmen.
“Wir wissen nicht an was das liegt. Mein kleiner Bruder hatte das schon einmal.”, flüsterte sie und strich ihm seine Haare liebevoll aus den Gesicht.
Erschrocken blickte ich hoch, mein Gesicht ersparrte mir überflüssige Frage und sie meinte nur: “Kurz bevor er studieren musste, schlief er auch ohne aufzuwachen… irgendwann ist er von alleine aufgewacht.”

“Irgendwann? Ist in der Familie irgendetwas besonderes passiert?”
“Ich wurde von meinen Vater verbannt aus der Familie.”
“Du und Moé habt eine besondere Beziehung,  ja?”
“Ja, wir Geschwister halten zusammen so gut es geht.”
“Verstehe. Und was ist passiert bevor er aufgewacht ist?”
“Meine Mutter hat uns erlaubt weiterhin Kontakt zu haben.”

Gott.
Die Lösung war offensichtlich.
Moé befand sich solange in THE ROOM bis seine Probleme sich aufgelöst haben.

Und er sagt er ist kein Kind mehr.

“Verstehe, bitte behalte Moé bei dir, ich muss nun einen Verlag besuchen gehen.”, dann stand ich auf, strich meine Kleidung zurecht und sah ihn noch ein letztes Mal an.
Nun stand auch seine große Schwester auf: “Ist es wegen dem Buch das mein Vater veröffentlicht hat, obwohl es Moé geschrieben hat?”, sie fing an zu lachen als sie meine Reaktion sah.
“Woher..?”, ich blinzelte ein paar Mal, dann begann sie zu erzählen…

Eine Woche ist seit diesen Tag vergangen.

Durch Tricks, viele Lügen und teuflischer Hinterlist… Ok und der Hilfe von Moé seiner älteren Schwester konnte ich den schlafenden Satansbraten durch das Terminal bringen, in das Flugzeug und auch wieder hinaus.
Ich weiss nicht ob es Glück war, oder vielleicht sogar die berechnung von jemanden, das die Freundin seiner Schwester hier arbeitete, aber es erleichterte eine Menge.
Und nun saß ich in einen Taxi. In Kreta. Der Rollstuhl mit dem ich Moé transportiert hatte ließ ich einfach am Gehsteig stehen.
“Du darfst aufwachen Moé.”, sprach ich grinsend, sah aus den Fenster und ignorierte den Blick des Taxifahrers wie ich mit den ‘Komatösen’ kleinen Bruder sprach der an mich gelehnt war.
“Ich hab einmal, ohne dich zu fragen einer deiner Texte den Studenten meines Seminars gegeben… ihnen zum interpretieren… als sie das Buch gelesen haben. Haben sie deinen Vater verpetzt.
Ich nehm alles zurück. Sie sind nicht dumm.”, ich strich mir über mein Kinn, langsam hatte ich stoppeln.
Kam in letzter Zeit einfach nicht dazu mich zu rasieren, dann korrigierte ich mich: “Sie sind immernoch Strohdumm. Aber sie haben ihr Herz am rechten Fleck. Ich bin stolz das ich sie unterichten durfte.”, Moé reagierte immernoch nicht.
Dabei hab ich mit der Nachricht gewartet bis wir weit genug weg von Tokyo sind: “Übrigens befindest du dich gerade in Kreta. Weit weg von deinen Vater und deiner Mutter…”, immernoch keine Reaktion.

Noch zwei Stunden bis wir von der Autobahn weg und in der Stadt angelangt sind.
Ich war mir so sicher.
Wirklich. So sicher das Moé aufwachen würde wenn…

Dann fielen mir die Worte ein von diesen Student damals:
“Aber er wird verzweifelter je eher er merkt das er von dieser Person gehasst wird, immerhin hasst sein Lehrer ja seine dummen Schüler und er ist nicht dafür bekannt gute Noten zu haben, das ist wieder daraufhin zurückzuführen das ihm die Fächer die er macht nicht interessieren und so ist jegliche Mühe umsonst seinen Lehrer näher zu kommen.”

Auch unser Streit damals als wir uns verirrt hatten:
“DU HAST DOCH NUR AUF MICH GEWARTET WEIL ICH DIE JACKE GEHOLT HABE!”

Und zuletzt…
“Wo warst du heute? Ich dachte du kommst einen Kaffee trinken.“

Leise flüsterte ich in sein Ohr: “Lass dir Zeit, Moé. Ich werde auf dich warten. Und dann trinken wir ein Kaffee, auf meine Kosten.”, doch auch jetzt reagiert er nicht.
Ich gab ihn ein Kuss auf die Lippen, ganz sanft, ohne Zunge.
Ein Grinsen zierte Moé sein Gesicht: “Wenn ich mich länger schlafend stelle hast du dann Sex mit mir?”, ein erschrockener Laut und ich stoß ihn weg von mir: “Wie lange bist du schon wach?!”, eine Hand auf meine Brust erschrocken gelegt, dann zwinkerte ich ein paar mal: “Momentmal… DESWEGEN warst du schon vor mir in Flugzeug, und deswegen konnten sie dich… und du… du Bastard warst schon bevor wir losgeflogen sind wach. Stimmts?”
Er nickte, dann begann er zu lachen: “Ich bin wach seit meine Schwester dir es erzählt hat was meine Seminarkollegen getan haben.”, er wedelte mit seiner Hand wild als wolle er die Bosheit die gerade von ihm ausging wegschütteln: “Meine Schwester und ihre Freundin haben dann alles geplant mit mir, damit du es nicht mitbekommst.”
“Ihr seit alle nicht mehr ganz bei Trost, ich hatte schon Sorge um dich weil du während du schläfst weder trinkst noch isst!!”, keifte ich.
Moé nahm meine Hand und blickte einfach aus den Fenster, lächelnd und so schwiegen wir.

Nach einer Stunde schweigen drehte sich Moé zu mir: “Du hast mich auf einen Kaffee eingeladen, ich kenne eine tolle Pizzeria auf den Weg zu meinen Onkel.”, ich nickte und dachte über alles nach während ich seine Hand streichelte.
Dieser Monochrome Raum, ist ein Schutzbunker von Moé seiner Seele. Und dennoch bleibt eine Frage ungeklärt.
Wieso konnte ich auch in diesen Schutzbunker? Moé selbst kannte mich doch erst seit er studierte.
Und ich selber konnte diesen Raum schon seit fünf Jahren betreten. Seit ich also fertig studiert hatte.
Dennoch ist es nicht zu verleumden dass Moé sein Dreh und Wendepunkt war.
“Wenn du aufwachst, dann materialisiert sich doch alles in der Realität was du gemacht hast… als ich das letzte mal in THE ROOM war… hast du lauter Autoscheiben eingeschlagen und zerkratzt… ist dass als du aufgewacht bist..?”, fragte ich leise.
Moé zuckte die Schultern: “Weiss nicht.”, dann schwiegen wir wieder.
Hieleten einfach Händchen und sahen aus den jeweiligen Fenster raus.
Als wir von der Autobahn in die Stadt kamen, erklärte Moé wo der Taxifahrer hinmusste zu dem Restaurant.
“Vergiss ihm nicht zu erklären wo du hinmusst damit du mit deinen Gepäck auch wirklich bei deinen Onkel hinkommst.”, grinste ich und wir warteten auf die Pizza und den Kaffee.
Wir saßen an einen Tisch draussen, der Taxifahrer saß selbst im Restaurant wartend und trank derweil was.

Von hier aus kann ich zu Fuß gehen. Mein Onkel lebt etwas abgeschotten von der Stadt, mit den Auto kommt man da nicht hin.”, grinste er und wir beide sprachen immer noch japanisch.
Ich schmunzelte: “Dein Griechisch ist übrigens grauenhaft.”, und dann kam unsere Pizza Tonno.
“Bitte übergib dich diesmal nicht auf der Pizza.”, murmelte Moé und rollte ein Pizzastück für mich zusammen.
Der Käse der am Rand hinauslief biss er erneut ab und reichte ihn mir: “Los gehts.”, während ich versuchte die Pizza in zwei Bissen hinunterzuschlingen trommelte Moé auf den Tisch und feuerte mich an.
Lachend.
Die Sonne prallte hinab, selbst im Schatten lief uns der kalte Schweiss den Rücken hinunter, und während ich hustete und Moé die Pizza unter meiner Nase wegzog.
“Daran musst du noch arbeiten.”, schelmisches grinsen seinerseits.

Versuchte diesen wunderschönen Moment solange hinauszuzögern wie es nur ging.
Denn dann werden sich unsere Wege trennen.
Es gibt etwas das ich dringend sagen muss und Dinge die getan werden müssen.

Moé selbst schien es auch hinauszuzögern, mein und sein Kaffee war inzwischen kalt, die Sonne ging langsam unter und der Wind trug den Duft des Meeres zu uns.
Es wurde bezahlt und wir beide standen auf, nannten uns synchron beim Namen, dann strichen wir uns ebenfalls synchron durch die Haare.
Schienen beide genervt von der Situation, schenkten uns dann unser bestes teuflisches Grinsen und Moé nahm seinen Koffer.
“Mach es gut, Raoul.”, dann ging er los.
Prägte mir seine Gestick, sein Aussehen ganz genau ein.

“Hey! Moé?”, rief ich ihm hinterher, meinen Arm abgestützt auf den Dach des Taxis, die Türe offen. Er drehte sich um und sah mich fragend an.
“Deine Schwester nannte dich immer nur ‘Mein kleiner Bruder’, deswegen… wie heisst du wirklich?”, schiebte meine Brille zurecht, der Wind zersauste mein und sein Haar.
Nach einigen Sekunden lächelte er: “Ich heisse Moé.”, rief er, dann drehte er sich um und rollte seinen Koffer über den unebenen gepflasterten Boden durch die Fußgängerzone.
Ich stieg ins Auto ein, der Taxifahrer fuhr los in Richtung meiner Eltern und meinen kleinen Bruder, während ich aus den Fenster sah und noch Moé beobachtete wie er gemütlich lief… und dann flüsterte: “Lügner.”

Raoul Bartholomew Dupont, 29 Jahre alt. Aufgewachsen in Tokyo. Familie lebt in Kreta.
Diese Erinnerung ist Bittersüß, und zerbricht mein Herz. Diese Liebe ist so intensiv… schmerzhaft.

Dies ist meine kostbare und süße Erinnerung an meiner ersten Liebe…

• -FIN-


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Chapter 12: Die Wahrheit

Seit Moé gegangen ist sind nun sieben Stunden vergangen, es ist kurz vor Mitternacht.
Seit sieben Stunden läuft ein Lied in Endlosschleife.
Unglaublich.
Ich fühlte mich noch nie so lebend tot wie jetzt.

In dieser gottlosen und gedankenlosen Welt, hab ich keine Ahnung, wie Moé es geschafft hat all diese Stärke aufzubringen.
Im Ernst.
Als er die Türe hinter sich geschlossen hatte, fühlte es sich an als würde ich mich selber töten.
Stück für Stück.
Wie aus einer Sanduhr.
Verdammt!

Nur an meiner Armband Uhr erkenne ich das es erst 7 Stunden sind.
Habe die Türe weit geöffnet.
Warte darauf das ich einschlafe.
Muss in THE ROOM.
Nur so geht es.
Theorien muss man auch verwerfen können.

Punkt Mitternacht.
Nachbarn haben sich schon aufgeregt.
Musik ist ihnen zu laut.
Als sie meinen Blick sahen sind sie schnell wieder gegangen.
Warum wohl?
Sah ich so zornig aus, oder so tot?
Emotionaler durchbruch meines Lebens.

Haha.
Lustig.
Er ist es.
Raoul Bartholomew Dupont, 29 Jahre alt. Kunst und Literatur Professor auf der Tôdai. Schwarzweiss Denker.
Moé Tono, 19 Jahre alt. Ex Student aus der Tôdai. Sexsüchtiger Bastard.
Moé ist…

In diesen Moment verfällt alles in Monochromen Zustand.
Die Farbe blättert in meinen Wohnzimmer ab als würde man sie runterkratzen und verschwindet im nichts.
Wider erwarten.
Kann ich handeln.
Kann ich denken.
Aber ich will es nicht.
Die Türe ist offen und ich renne raus.
Tokyo leer.
Alles leer. Keine Insekten, keine Menschen. Keine Tiere oder gar Strom.
Ein Szenario wie frisch nach einen Krieg.
Fenster sind eingeschlagen, hier und da ein Blutfleck.

Ich weiss nicht wie lange ich in der Stadt umhergerannt bin, meine Beine schmerzten, alles fühlte sich an…
Als wäre mein Körper Taub.

Meine Theorie stimmte.
Ich hatte schon öfters die Türe aufgemacht, falls ich wieder in THE ROOM kommen sollte, und den Ausgang nicht finde.
Bis jetzt war die Türe danach immer geschlossen.

Das war weil mein eigener Zustand nie über den Hass die eigene Menschlichkeit von mir und von Moé.
Wir wollten von alles und jedem eine Ruhe.
Sogar vor unserem eigenen Gedanken.
Und jeh mehr ich die Ruhe vor meinen LEBEN wollte, desto stärker war THE ROOM.
Und an dem Tag, an dem ich mich mit Moé gestritten hatte.
An diesen Abend war ich…
…und deswegen das Koma…
Und…und…

Diese seltsame ausgeglichenheit über THE ROOM, warum ich dieses ETWAS nicht hassen konnte.
Es war nie etwas Bösartiges.

Auf den Boden wirbelte es Staub auf, immer mehr, raubte mir die Luft zum Atmen.
Stand mitten auf einer Kreuzung, welche Richtung nun?
Wo könnte Moé sein.
Wo würde jemand wie er sein…
Natürlich.

Und er war auch dort.
Im Kunstraum der Tôdai.
Er saß am Fenster, Beine angezogen, seine Hände waren verschnitten, dunkles Blut tropfte regelmäßig auf den Boden.
Es hatte etwas dramatisches, in dieser schwarzweissen Welt das Moé und ich in Farbe waren, und dann dieses Blut so heraus stach.
Bestimmt hatte Moé jedes dieser Schaufenster eingeschlagen, die Schule selbst sah auch nicht besser aus.
Alles verwüstet.
Wie lange Moé wohl in THE ROOM war?
Und wo sein Körper sich befindet?
Ich gehe mit kurzen und sehr langsamen Schritten auf ihm zu, wie erkläre ich ihm das alles?
Das ich ihn nur so verletzt hatte um mehr über dieses überirdische zu erfahren was für uns Alltag war?
Ich strecke meine Hand aus, berühre ihn sanft an der Schulter als ich plötzlich weggerissen werde.
Moé hatte mich nicht bemerkt.

Reisse meine Augen auf.
Ein streunender Kater der durch die offene Türe hineingekommen war hat mich aufgeweckt.
Draussen geht die Sonne auf.
Was nun?
Sobald Moé aufwacht wird alles was er angestellt hat in Realität umgewandelt sein.
All die eingeschlagenen Fenster. Zerkratzter Lack Autos.
Wie kann ich das nur wieder gerade biegen…

Ich stehe auf so das der Kater hinab springt, er schaut mich kurz ängstlich an dann rennt er aus den Haus.
Was soll ich nur tun.
Wie ist Moé in der Lage solange zu schlafen?
Meine Sommerjacke um die Schultern geworfen, in die Schuhe reingestiegen gehe ich nun zu der Tôdai.
Vielleicht ist Moé dort… nur vielleicht.

Verdammt.
Wie ich die Blicke dieser dummen Studenten hasse.
Sie tuscheln wild, gehen mir aus den Weg, haben Angst vor mir wie noch am ersten Tag.
Hehe.
Die gute alte Zeit.

Steten Schrittes finde ich zu den Clubraum, abgesperrt.
Ein Tritt löst das Problem. Wortwörtlich.
Nun haben sich ein paar neugierige mir angeschlossen, sie schauen in den Raum der ein Ex Professor gerade aufgetreten hat.
Und tatsächlich.
Moé lag in einer Ecke, unterm Fenster beim Heizkörper.
Selbst der Tritt die eine schwere Türe aus den Angeln riss hatte ihn nicht aufgeweckt.

Doch die Lösung wurde mir unter die Nase gerieben als ich mich zu ihn hinkniete und hochheb.

Bei den Göttern, kann mir irgendwer sagen wie Moé an sowas kommt… und vor allem… was dieses ’sowas’ ist.

Sie hängte noch mit der Spitze selbst in Moé ganz leicht, eine Spritze…


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Chapter 11: Fastfood Erkenntniss

“Bist du immernoch…”, eröffnete ich unser Frühstücksgespräch das aus einer bestellten Pizza Tonno bestand: “in THE ROOM wenn du schläfst?”, der Käse war heiss genug um mir Brandblasen zu beschehren, und da beobachtete ich schon wie eine entstand.
Moé selbst hatte eine seltsame Art die Pizza zu essen, er wickelte sein Stück von der Spitze aus zusammen zu einer Rolle und schluckte sie dann in nur zwei Bissen runter: “Natürlich.”, gab er von sich während er das nächste Stück zusammen rollte und den Käse der am Rand hinablief schnell aß.
“Seit dem letzten mal, in dem ich gefallen bin, kam er nicht mehr zu mir.”, wieso hatte ich das Gefühl das ich Lüge?
Es war die Wahrheit.
Hatte ich etwas übersehen?
Das Pizzastück, um den Moé den auslaufenden Käse abgebissen hatte, reichte er mir und sah mich teilnahmelos an: “Probier es mal.”, erst wollte ich ihm eine Rede davon halten dass ich nichts davon halte Fastfood ‘faster’ in meinen Magen zu stopfen als sie warm gemacht worden sind, entschied mich aber doch es zu versuchen.

Bin fast erstickt.
Moé hatte sich nicht mehr beruhigt vor lachen.
Gerade als ich eingeschnappt werden wollte sprach er in einen seltsamen Unterton:
“Du hast mal etwas neues probiert…”

Es klang als wolle er sagen: Raoul! Du elender Schwarzweiss Denker hast dich mal in eine Grauzone bewegt. Bravo!

Ich entschied nichts weiter zutun während Moés Blick auf einmal finster wurde: “Nächstesmal spuck nicht auf den Rest der Pizza was du im Mund hattest…”, und so betrachteten wir mit hungrigen Magen den Rest der Pizza auf der ich mich fast übergeben habe.

Möbelpacker, schlechtbezahltester Job auf ewig. Dennoch wurde man sofort eingestellt sollte man stark sein.
Als vorrübergehende Lösung durchaus brauchbar.
Wie in den alten Zeiten… als ich selbst noch Student war…
Es ist harte und undankbare Arbeit, und die Personen sehen einen mit vorwerfenden Blicken an.
Dennoch, man brauchte keine große geistige Anforderungen, so das meine Gedanken weiterhin um die verschiedensten Dinge kreisten.
“Hey Dupont, glaubst du an das Übernatürliche?”, gab ein Arbeiter von sich, er war eindeutig Student der sich so über Wasser hielt, dennoch schien er mich nicht als ‘Raoul der Teufel’ zu erkennen oder er war nicht in der Tôdai Universität.
“Prinzipiell glaub ich an alles.”, mit Moé und THE ROOM war das doch klar, nicht?

Sein Lachen erschallte im leeren Lieferwagen, in dem wir beide saßen, während wir zur nächsten Stelle gefahren wurden: “Kennst du das Buch ‘The Soundless Room’?”, ein zusammenzucken verriet mich.
Sein Grinsen wurde schelmisch, anscheinend interpretierte er meine Reaktion als solche, dass ich mich schäme es zu kennen, oder so etwas in der Art zumindest.
“Es ist mein absolutes Lieblingswerk, ich hab es schon fünfmal gelesen! Die Rolle des verhätschelten Jungen und sein Vorbild sein Lehrer sind inspirierend.”, begann er zu schwärmen.
Mein Blick wurde von desinteressiert zum neugierenden Ausdruck: “Du interpretierst, dass er sich seinen Lehrer zum Vorbild nimmt?!”, hier war wohl der Vorteil das mein Gegenüber nicht wusste vom die Rede war in den Büchern.

“Natürlich! Es ist vollkommen klar, das dieser in seinen Lehrer verliebt ist, desweiteren ist er mit seinen Leben unzufrieden, immerhin bekommt er als einziger Sohn jeden seiner Wünsche abgelesen. Er ist auch gut in Sport was ihn natürlich interessiert und in Kunst, alles was er will kann er. Dann will er diese Person, die ihn tagtäglich nicht bemerkt. Sein Lehrer ist unerreichbar für den namenlosen Jungen. Umso mehr weckt es sein interesse.
Aber er wird verzweifelter je eher er merkt das er von dieser Person gehasst wird, immerhin hasst sein Lehrer ja seine dummen Schüler und er ist nicht dafür bekannt gute Noten zu haben, das ist wieder daraufhin zurückzuführen das ihm die Fächer die er macht nicht interessieren und so ist jegliche Mühe umsonst seinen Lehrer näher zu kommen.
Das geht soweit das unser Held, Abstand vom Leben sucht und diese in seinen Träumen findet.”

Seine Augen hatten ein funkeln, er gestikulierte auch wild mit seinen Händen herum während er erzählte.
Starrte ihn nur lange an.
Zuflucht in Träumen suchen. Genug vom Leben haben.
Ich kam mir vor als hätte ich ein Brett vor dem Kopf gehabt, ich verstehe THE ROOM nun!
Aber dafür musste ich was testen, ohne das Moé es weiss…

Am Abend kam Moé von seinen Job zu mir, er blickte mich fragend an als er ins Wohnzimmer kam und ich auf der Couch mit der Zeitung saß: “Wo warst du heute? Ich dachte du kommst einen Kaffee trinken.“, fragte er, recht neutral.
“Ich bin doch nicht verpflichtet zu kommen, stimmts?”, mein Blick mit derselben Neutralität, fixiert auf die Zeitung.

“Nein das nicht. Dennoch.”
“Dennoch was?”
“Nichts. Was gibt es heute zum Essen?”
“Hab schon gegessen.”
“Ist noch was übrig?”
“Nein aber du kannst dir ja was kochen.”
“Normal essen wir doch immer zusammen?”
“Ich weiss, aber du bist doch kein Kind mehr, stimmts?”

Dann hörte ich wie er seine Schuhe auszog endlich. In die Küche tappste, es dauerte auch keine paar Minuten bevor ich hörte wie er anscheinend etwas flambierte statt anbraten.
“Das bezahlst du mir alles.”, rief ich ihm zu und seufzte kurz, dann hörte ich Wasser rauschen.
Nach wenigen Minuten ertönte Moé seine Stimme hinter der Couch auf der ich mich befand: “Hasst du mich so sehr?”
“Ich hasse dich nicht.”, nickend bestätigte ich meine Aussage, zog meine Brille aus und versuchte nicht zu gestellt zu wirken.

“Was ist es dann? Du hast doch etwas vor. Das bist nicht du.”
“Ich habe immer etwas vor.”
“Willst du das ich endlich ausziehe?”
“Wie kommst du denn darauf?”
“Vor deinen Füßen liegt Bettwäsche, ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht du es bist der auf der Couch schläft.”
“Richtig.”
“Seit du aus den Koma erwacht bist…”

Moé seine Hände legten sich auf die Lehne: “Wenn du willst das ich gehe, gehe ich. Aber ich komme nicht mehr zurück.”
Nun faltete ich die Zeitung zusammen, stand auf und streckte meinen Arm aus: “Soll ich dich raus begleitet?”, Moé nickte, wie immer dieses Gesicht von jeglicher Emotion fern.
Wie früher.
Und er ging raus.

Es war grausam was ich getan hatte, ich hätte es noch grausamer gestalten können.
Aber es ging nicht.
Als ich in die Küche ging sah ich seinen Rucksack auf den Tisch liegen, er war offen und der Inhalt quer über diesen verteilt.

Zerrissene Papiere waren über den ganzen Boden verteilt, teils verbrannt, der Boden selbst stand einige Milimeter hoch unter Wasser.
Er hatte kein Essen flambiert.
Es war das Buch.
Ich Idiot hatte es vergessen zu verstecken.

Moé hat sein Buch entdeckt, seine Ideen seine lorbeeren sein Werk.
Unter den Namen seines Vaters.
Und ich hatte auch noch diesen tollen Moment ausgesucht ihn zu…

Natürlich kam er diese Nacht nicht mehr…
genauso wie erwartet.
Genau wie er gesagt hatte…
Er kam nicht mehr… er wird nicht mehr kommen.

Moé…


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Chapter 10: Die Erkenntniss

Seit ich nun erfahren habe, das Moé in einen Hausmädchen Outfit in einer Café für perverse Aussenseiter arbeitet und von diesem der Vater bestohlen wurde sind nun eine Woche vergangen.

Das ich den Dekan mit einen Buch geschlagen habe bekam die Verwaltung mit, dann die Uni und letzten Endes dauerte es wirklich nur wenige Tage bis ich ein Kündigungsgespräch hatte.

Es war interessant zu sehen wie dumme Affen an so hohe posten gelangen konnten, wenn ich genau darüber nachdenke, kann das doch nur ein Experiment sein oder? Wenn es ‘Gott’ wirklich geben würde, ist er bestimmt ein Wissenschaftler der schaut wie unsere Spezies endet wenn bescheuerte unrasierte Affen wie drei Personen vor mir Macht über mich und Menschen wie mich haben.
Wie ich die Menschen hasse…

Und während ich von diesen Personen eine lange, nervenaufreibende Rede anhören durfte was meine Kündigung betraf verlor ich mich in meinen eigenen Gedanken.

Menschen sind dumm.
Je weniger Essen die Menschheit hat desto mehr reproduzieren sich die Menschen, in Zeiten des Nahrungsmangels versuchen Tiere sich nicht zu vermehren, sie sparen die Kräfte die sie haben um selbst am leben zu bleiben.

Menschen sind nichts anderes wie widerwertige kleine Tiere.
Sie versuchen eine Rechtfertigung für ihr Leben und Treiben zu finden, doch was sie letzten Endes ernten werden ist ihr einziger Untergang.
Mein kleiner Bruder, der im Ausland bei meinen Eltern lebt, wusste immer von was ich spreche.
Am Ende waren ich und er wohl die einzigen Wesen, die sich von der Masse abhebten ohne unser Äusseres auf schreckliche Art und Weiße zu verstümmeln.

Mein Kichern über diesen Gedanken regte meine Redner ziemlich auf, doch anstatt mir ihr Gelaber weiter anzuhören unterbrach ich sie: “Wieso groß reden, ich bin gefeuert. Hab durchaus besseres zutun als mit ihnen Kohlenstoffdioxid hier zu produzieren.”, stand auf und rückte meine Brille zurecht.
Ich wusste das ich mir eigentlich sorgen um meine Zukunft machen sollte, wie ich eine Arbeit bekomme und weiterlebe, aber seltsamerweiße war ich immernoch so ausgeglichen.

Dieses sichere Gefühl das alles wieder in Ordnung kommt in meinen Leben, ohne großes zutun, war eines der Dinge in meinen Leben die schon meine Lehrer und Klassenfreunde nicht nachvollziehen konnten.
Das ich die Dinge wie sie kommen annehme, nicht dagegen ankämpfe und mich in den Strom mitziehen lasse.

Vielleicht war das auch der Grund wieso ich Einzelgänger bin.

Erneut im Café von Moé hockend rührte ich den Kaffee seit geraumer Zeit umher, und wie jeden Tag seit dieser Woche gesellte sich die Chefin von Moé neben mich. Sie war gute fünf Jahre jünger wie ich, hatte kurzes dunkelbraunes Haar, untypisch für eine Japanerin waren ihre Augen Graugrün mit orangeroten Elementen wie man es oft im Westen findet.

“Guten Mittag Dupont.”, begrüßte sie mich und betrachtete den Kaffee vor mir dann mich selbst: “Wenn du weiter rührst bekommst du Sahne daraus.”, sie lachte und legte ihre Hand auf meine dabei.
Sie war wirklich hübsch und intelligent, ausserdem hatte sie sich erst frisch getrennt und suchte sicher jemanden um die Leere zu füllen.
“Muss ich dann extra zahlen oder ist das im Preis inbegriffen?”, zog den Löffel raus und legte ihn auf die Untertasse, zu der Kaffeetasse erneut beugend konnte ich durch meine Hand – die sie geschickt hielt und doch nicht hielt – ihre Brust berühren ohne das ich sie berührte.
Silikon.
Ganz bestimmt.

Tat nichts dergleichen.
Sie war intelligent, und im flirten war sie gut.
Ich hab auch nichts gegen Frauen die sich so offen geben, aber…

“Versuchst du deine Cosplay-Künste bei mir auszuprobieren?”, ein Grinsen huscht dabei über mein Gesicht, ein großteil der Arbeit hier war typische Elemente des Fanservice für den Kunden zu geben, Brust auf dem Tablett ablegen, öfters so tun als würde man fast stolpern oder einfach durch kleinere Evente wie diesen hier.
Klar war ich wegen den Fanservices hier.

Aber für die von Moé.

Gerade als der Gedanke hochschoss stand Moé vor uns bei der Theke, er war bereits umgezogen und warf seinen ‘Ich hasse dich, alter Mann’ Blick auf mir, schwenkte mit den Kopf zu seiner Chefin und wechselte auf ‘Ich bin so süß und niedlich und klein und will eine Gehaltserhöhung’ Blick.

Sprich, sein Blick war normal, etwas das ich sogar als niedlich bezeichnen würde, weiche Gesichtszüge, keine gerunzelten Augenbrauen und seine Lippen waren nach oben gezogen.
Entweder er hatte einen Krampf oder das sollte ein Lächeln darstellen.
Vielleicht auch beides.

“Moé, kannst du heute bitte überstunden machen? Ich möchte mit Dupont etwas alleine sein ♥”, sprach sie mit einen Unterton der ihre Frage wie ein Befehl klingen ließ.
Er sah kurz zu mir, dann wieder zu ihr: “Nur wenn ich mich nicht wieder zurück anziehen gehen muss.”, seine Chefin schüttelte den Kopf: “Dann bleib einfach hinter der Theke und pass auf das Niemand den anderen Mädchen zu Nahe tritt.”, sie packte mich nun mit der anderen Hand am Oberarm und zog mich in eine Ecke hinten.

Dann ging es los, Fragen über mein Liebesleben, ber Moé, über meine Arbeit, welche Typ Frauen ich mag.
Natürlich beantwortete ich jeder ihrer Fragen ganz gelassen und Wahrheitsgemäß.
So Wahrheitsgemäß es ging über die Beziehung von mir und Moé.

Zog meine Brille mit den Cyanblauen metallgestell aus und polierte die Gläser sauber: “Hätte eine Frage,”, eröffnete ich meinen ersten Satz nach einer guten halben Stunde: “Vielleicht sollten wir das verlegen, hm? Lass uns wo hingehen wo uns keine Perverslinge zusehen können. Und in dem du selbst kein Cosplay anhast.”, nun strahlte sie, und ehe ich mich versah war sie richtung Mitarbeiterkammer verschwunden.

“Hier hast du das Geld für den Kaffee.”, rief ich zu Moé und legte 500 Yen auf den Tisch und stellte mich vor den Ausgang, wider erwarten sah sie noch hübscher aus in Ziviler Kleidung.
“Du arbeitest nebenbei in einen Office?”, ihre Kleidung wie sie nur Assistentinen trugen ließen darauf schließen, sie nickte und hackte sich bei mir ein: “Wohin gehen wir?”

Wieso tu ich das?
“Hm?”
Warum… tu ich so etwas?
“Dupont?”
Ich will das nicht…
“Wie wäre es mit den Restaurant da vorne…”
Wesshalb tu ich es dann..?

Ich lass mich ziehen in das Restaurant, antworte wie immer auf jeder ihrer Fragen und um nicht unhöflich zu wirken stelle ich auch ihr ein paar unbedeutende Nebenfragen.
Sie scheint zufrieden, draussen geht schon die Sonne unter, es taucht das Restaurant in eine wunderschöne Farbe und ich bezahle schließlich das Essen.

Es passierte das unvermeidbare.

“Ich kann das nicht.”, flüsterte ich als wir in das Hotelzimmer gingen: “Es tut mir leid.”

Mit diesen Worten drehte ich mich um und ging Nachhause, Moé selbst hatte eine jüngere Kellnerin dabei – die ihn die ganzen Wochen schon Announcen machte – und die beiden machten etwas lautstarker auf dem Sofa rum: “Wieder da, lasst euch nicht stören.”, dabei grinste ich und ging die Treppe hoch Richtung Bad.

Gegen Mitternacht kam Moé in Schlafzimmer, ich selbst las das Buch vom Dekan, naja eigentlich war es Moé sein Buch, viele Texte die er geschrieben hatte bevor ich ihn bemerkte waren drinnen. Auf die Hoffnung mehr über THE Room zu erfahren.
“Was liest du da?”, gab Moé uninteressiert von sich, nur ein flüchter Blick und legte sich neben mir.
Klappte das Buch zu und schob es unters Bett: “Etwas interessantes.”, so lagen wir dann nun.
Rücken an Rücken und nur meine kleine Nachtischlampe und die an seiner Seite beleuchtete das Zimmer noch.
Dann begann das Flüstern gestartet mit Moé.

“Hast du?”
“Nein, und du?”
“Dito.”

Zufrieden wurden dann die Nachtischlampen ausgeschalten, im dunkeln streckten wir beide jeweils eine Hand zum anderen und hielten diese dann fest bis wir einschliefen…


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Chapter 09: Küchenschabe mit Federn

Diesmal wurde ich als ich aufgewacht bin nicht von dem Morgenhimmel begrüßt, weil ich schlafgewandelt bin.
Oder von Moé, der auf mir saß weil ich aufgehört hatte zu atmen.
Diesmal wurde ich von einen sterilen Raum empfangen, um meinen Mund eine Atemmaske.
Es blendete, fühlte mich wirklich schwach.
“Oh mein… Oh mein!! DOKTOR!! SCHWESTER!! … HAUSMEISTER!! IRGENDWER!”, hörte ich eine Stimme schreien, selbst war ich noch zu müde um zu schauen wer so rumbrüllt.
Mal überlegen, was ist das letzte an was ich mich erinnere.
Geldtasche… Meer… Streit…
Dann bin ich schlafen gegangen… auf der Couch.
Konnte Moé nicht mehr ansehen.
Ja…

Es hatte seine Zeit gedauert, aber schließlich wurde ich von den Maschinen getrennt, der Chefarzt im Krankenhaus wo ich mich befand, erzählte mir das ich fast zwei Monate im Koma war.
Bin einfach nicht mehr aufgewacht.
Als alles kontrolliert und besprochen wurde kam Moé ins Zimmer, hatte sich kaum geändert, seine Haar sind nicht einmal 2cm länger oder sonstige sichtbaren Veränderungen.
“Hallo.”, meinte er und saß sich auf den Bettrand.
“Hallo.”, gab ich trocken zurück.

“Na was hast du so gemacht?”
“Du weisst schon, Koma gelegen, geschlafen, das Bett hier warm gehalten, an den Maschinen angeschlossen zu sein… das übliche.”
“Tut es weh?”
“Nein.”
“Ich will es, ich will unbedingt.”
“Das es mir wehtut?”
“Nein.”
“Das es dir wehtut?”
“Nein. Ins Koma fallen.”
“Wieso das?”
“Dann kann ich für immer THE ROOM sein.”

Strich mir meine Haare zurück und blickte ihn gleichgültig an: “Ich persönlich war nicht da.”, verkündete ich.
Nicht das ich wüsste.
“Und was hast du so in diesen zwei Monaten gemacht?”, zog eine Augenbraue hoch und rückte meine Brille zurecht.
Moé blickte kurz undefinierbar, aber eher im negativen: “Ich hab einen Job. Und ansonsten hab ich dich jeden Tag besucht.”
Jeden Tag?
Mich?
Wieso?
Moé mich?

“Wieso?”
“Wieso nicht?”
“Du hasst mich.”
“Du doch auch.”
“Aber du mich zuerst.”
“Stimmt nicht.”
“Natürlich stimmt das.”
“Nein.”
“Doch.”
“Nein.”
“Sicher.”
“Nein.”
“Was sonst?”
“Sei still alter Mann.”
“…”

Packte ihn unsanft am Handgelenk. Zog ihn zu mir. Ganz nah.
“Verstanden.”, ich sagte kein Wort mehr danach.
Aber ich küsste ihn.
Am Anfang berührte ich einfach nur seine Lippen mit meine, es war nichts großes, aber ich spürte ein Ziehen in mir, ein Verlangen nach mehr.
Drückte sein Handgelenk etwas mehr zu mir, den anderen Arm um seine Hüfte.
Wusste nicht wieso ich das tue.
Es tat aber gut.
Ehrlich.

Nach nur drei Tagen wurde ich entlassen, wieder erwarten der Ärzte hatte mein Körper keine Schäden von sich gezogen.
Garnichts.
Als hätte ich einfach nur geschlafen.
Da Moé nun eine Arbeit hatte – welche wollte ich garnicht wissen – und ich wieder als Professor an der Tôdai unterichten konnte.
Konnte dieses tiefe, mulmige Gefühl nicht loswerden, das THE ROOM, mehr mit den ganzen Ereignissen zutun hatte als ich zuerst annahm.
“Was lesen wir aus diesen Text heraus?”, fragte ich schließlich die Studenten, lehnte mich mit den Rücken zur Wand gedreht an mein Pult. In der Hand hielt ich einen von vielen Texten die Moé über THE ROOM geschrieben hatte.
Dann begannen sie darüber zu philosophieren, eigentlich wollte ich eine Sachliche Meinung dazu hören, aber dazu waren diese Schüler zu dumm.
Gekonnt daran erinnert warum ich alle Studenten dumm finde.
Ich habe dieses Monochrome überirdische sichtbar überschätzt, und obwohl es mir mehrmals fast das Leben gekostet hatte wegen diesen… diesem… ES (?) war ich nicht sauer.
Eher seltsam ausgeglichen.
Warum wohl?

“Was wollen Sie von mir.”, gab der Dekan seine Begrüßung als ich in sein Büro trat: “Ich möchte das Sie Moé wieder aufnehmen in der Universität.”
Nun blickte er hoch von seinen Papierstapel, tippte mit den Ende seines Luxus Kugelschreibers auf den Tisch und sah mich entnervt an: “Ok.”, gab er von sich und widmete sich wieder seinen Papieren.
Eh? Wirklich?
“Ich möchte es schriftlich.”, er nickte und öffnete eine Schublade: “Ach Moment, ich hol die Papiere.”, gab er von sich, stand auf deutete mir mich zu setzen und ging aus den Büro.
Bin doch nicht auf den Kopf gefallen, was stimmt denn hier nicht?
Oder konnte er wirklich in sein Herz sehen und erkennen das Moé sein Sohn ist?
Verschränkte meine Beine und betrachtete seine Sammlung von Büchern, war anscheinend selber eine Leseratte, aber findet Literatur zu studieren sinnlos…
Moment…
Ein Titel des Buches hatte meine Aufmerksamkeit erweckt.

“The Soundless Room”

Öffnete das Buch.
Moé’s Typographien… seine Geschichten… sein Schreibstil…
Hatte er in diesen zwei Monaten etwa..?
Autoren Name.
Der Name des Dekans.
Er hat die Idee von Moé gestohlen…

“Hier bin ich.”, ich riss mich vom Stuhl auf und zeigte ihm das Buch: “WAS HAT DAS ZU BEDEUTEN?!”, schrie ich aggressiv.
“Beim Ausmisten seines Zimmers hab ich diese Texte gefunden.”, gab er von sich, ich zitterte vor Wut: “Sie geben also zu ihren Sohn bestohlen zu haben?! SIE SIND EIN SCHWEIN!
Ehe ich mich versah schlug ich ihm mit das Hardcover des Buches um die Ohren: “Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.”, trampelte Richtung Türe hinaus als ich den Dekan sagen hörte:
“Dupont. Sie sind gefeuert.”

“Und sie sind eine Küchenschabe geschmückt mit Moés Federn.”

Trampelte zornig die Stadt. Was denkt sich dieses Arschloch eigentlich? Ich bekomm noch ein Geschwür wenn das so weiter geht.
Mit einen genervten Blick betrachtete ich mein Spiegelbild vor einen Glas.
Brille zurechtrücken, Haare zurückstreichen, Moé in einen Hausmädchen Outfit betrachten wie er Trinkgeld kassiert.
Moment.
Moé ansehen wie er im Hausmädchen Outfit..?
Sehe nun endlich DURCH das Glas und starre Moé an der in einen Cosplay Café arbeitet.
“Moé?!”, stecke das Buch weg und ging hinein, saß mich an einen Tisch und beobachtete ihn.
Es ist faszinierend, wie Moé obwohl er am boden war, wieder aufsteht.
Das war wohl einer seiner Charmpoints, er stand immer einmal mehr auf als er hingefallen ist.

“Was darf es- RAOUL?!”, gab Moé geschockt von sich: “Ja, einen Kaffee, schwarz. Aber nicht den Gratis Keks vergessen.”, musterte ihn in diesen Outfit.
Es war mein Privileg ihn so zu sehen.
Zwei Monate meines Lebens die ich nie mehr zurück bekommen werde.
Ob Moé es wohl weiss was sein Vater getan hat?
Solange ich dies nicht weiss, behalte ich es für mich alleine…
“Es steht dir.”, rief ich ihm hinterher so das ihm das Tablett mit den Bananensplit auf den Boden knallte.

Ausserdem genoss ich diesen Anblick zu sehr… Hehehe


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Chapter 08: Wie Fische 150.000 Yen bekommen

“Wach auf!!”, hörte ich eine verzerrte Stimme in der Dunkelheit. Immer und immerwieder dasselbe rufend.
Das Schwarz das mich umgibt löst sich langsam auf, glitzernde partikel wie Staub in der Morgensonne, bevor ich in meinen Zimmer aufwache.
Moé über mich gebäugt, beide Hände auf meiner Brust, tiefer schmerz in meiner Brust, aus der Nase blute ich.
Das sonst so vor Hass geprägte Gesicht von Moé, hatte nun tiefe Sorgenfalten im Gesicht.
“Du hast aufgehört zu Atmen auf einmal…”, hauchte er, für einen kurzen Moment meinte ich zu sehen das er kurz vorm weinen war.
Lies mich diesen Schmerz vergessen.
Wahrscheinlich lag das nur daran das ich die Brille nicht aufhatte.
Moé und weinen um mich?
Klar und der Dekan sponsort eine gleichgeschlechtliche Ehe…

Gegen Nachmittag ging es mir besser, den ganzen Tag regnete es schon, so als wollen die Wolken mir etwas mitteilen.
Da ich aber weg von Moé wollte, zog ich mir meine Jacke an und schnappte meinen Regenschirm, es war einer diesen großen schwarzen Regenschirme mit dem Logo einer Firma oben.
Hab ihn geschenkt bekommen von jemanden.
Ohne Moé also bescheid zu sagen ging ich raus spazieren, in dieser schwarzen Masse, hier ein Klingelton, da ein schrei, hier wieder Leute die Werbung machten und da wurde gerade einer mit Taschentücher beschenkt.
Oberschüler, Mittelschüler, Geschäftsmänner, Hosts und Callgirls.
Wildes Treiben in Tokyo, dabei war ich noch nicht einmal in irgendwelche Viertel in denen es irgendetwas interessantes geben würde.
“WARTE!!”, hörte ich IHN rufen.
Und da stand er schon neben mir.
Moé.
Zog einen Schmollmund und hackte sich an meinen Arm ein: “Meinst du echt, du wirst mich so einfach los?”
“Ich hatte es gehofft.”, gab ich nur von mir.

Ehe ich mich versah war Moé müde und ich bemerkte das ich einen Wanderweg eingeschlagen bin.
Hose war voller Schlamm, und das ewige Bergauf gehen hatte auch mir richtig zugesetzt: “Einen Moment.”, zog meine Jacke aus und legte sie auf eine Sitzbank in der Nähe, Moé und ich saßen also während es regnet mitten in der Pampa.
Und es war dunkel.
Und mir fiel es erst jetzt auf.
“Sag mal… wo sind wir?”, gab ich von mir.
“WIR SIND MIT DEN ZUG FAST EINE STUNDE GEFAHREN ICH HATTE GEHOFFT DU SAGST ES MIR!”, rief Moé zornig und begann sich das Ende seiner Jeans auszudrücken.
Wow solange war ich schon ewig nicht mehr in Gedanken.
Kramte mein Handy raus, waren eh nur Nummern von verschiedenen Geschäften drinnen, die meiner Familie und Moé: “Na dann bestellen wir uns ein Taxi.”, Moé zog an meinen Ärmel anschließend: “Wieso hast du den Schirm losgelassen?”
“Ich dachte du hälst ihn, immerhin hab ich meine Jacke geopfert.”, gab ich entnervt von mir, sah mich um und beobachtete Moé sein Finger der auf den Regenschirm zeigte der Gemütlich den Hügel vor uns wegflog.
“NEIN HALT!! DAS IST MEIN EINZIGER!”, begann hinterher zu rennen, den Hügel hinab.
Bevor ihr fragt, ja das war kein Weg, ja es war steil, und ja es dauerte keine zwei Minuten bevor ich den Berg runterrollte.
Moé selbst rannte denselben weg, aber etwas gekonnter, dennoch dauerte es nicht viel länger bis wir den gesammten weg den wir zuvor anscheinend in Kurvenreichen wegen nach oben gelangt sind bis auf der Straße unsanft landeten.
Seltsamerweiße war es mir egal, es war mir egal das ich mich mitten in der Pampa befand.
Es war mir egal das mir Schlamm in den Ohren auf dem Gesicht und meine Kleidung klebte.
Mit einer seltsamen neutralität half ich schließlich auch Moé auf die Beine: “Hast du dich verletzt?”, fragte ich leise während der Regen uns noch weiter durchnässte und der Wind uns zufrieren lies.
Die Straßenlaternen leuchteten gerade mal das nötigste, so das wenn ein Auto vorbeifährt wir nicht kollidieren würden.
“Heb mal dein Gesicht hoch.”, gab ich leise von mir, hob sein Kinn hoch und begann mit Hilfe des Regens, dass wie aus einer Gießkanne auf uns prasselte, sein Gesicht sauber zu wischen.
“Raoul?”, tippte mit den Finger gegen meine Brille die einen Riss hatte: “Deine Jacke ist noch oben.”
Zuckte die Schultern: “Ist nichts wichtiges drinnen. Nur meine Geldtasche.”, sein Blick war noch fragend und ich leckte kurz über meinen Daumen um ein hartnäckigeren Fleck von Schlamm an seinen Kinn wegzuwischen können.
Er drückte mich schnell weg und zeigte auf meine Hosentasche in der sich das Handy befand: “Ruf schon einmal das Taxi! Ich hole sie schnell!”, und dann rannte er den Weg wieder hoch.
Natürlich den richtigen Weg.
Nicht den Hügel einfach hinauf.
Zeit konnte ich nicht schätzen, und so bekam ich langsam sorge.
Immerhin befand sich Moé im Wald… alleine… und…
Kopf schüttelnd versuchte ich meine Fantasie nicht oberhand gewinnen zu lassen, nahm endlich das Telefon zur Hand und rief ein Taxi.

Das Taxi kam an, und nachdem ich den Taxifahrer lang und breit darüber aufgeklärt hatte was ich seinen Boss erzählen werde wenn er losfährt ohne zu warten bis ich einsteige, bis Moé wieder da ist oder uns garnicht erst reinlässt da wir so dreckig sind, beschloss auch dieser an der Straße zu warten.
Vor dem Auto stand ich nun mit verschränkten Armen, wartete darauf das Moé zurückkam.
Im Radio hörte ich wie sie sagten es sei schon Mitternacht.

Gerade als meine Fantasie mich dazu brachte durchzudrehen und wieder hochzugehen den Weg sah ich wie Moé kam, hier und da eine Schramme, anscheinend ist er hin und wieder unsanft hingefallen.
“Moé!”, kam die letzten paar Schritte zu ihn, zog ihm am linken Unterarm vorsichtig zu mir: “Was hast du solange gebraucht?”, etwas agressiver als ich vorhatte zu fragen.
“Das Ergebniss zählt, hier ist deine Jacke.”, gab er trotzig von sich und reichte mir meine durchnässte dreckige Jacke.
Riss sie ihm aus der Hand und warf sie dem Taxifahrer zornig vor die Windschutzscheibe: “DIE JACKE IST MIR SCHEISSEGAL! WARUM VERSTEHST DU DAS NICHT?! TÖRICHTES KIND!
Mein Griff an seinen Unterarm wurde fester, doch er riss sich los, starrte mich ebenfalls zornig an: “WIESO? MEINST DU ICH WEISS ES NICHT DAS ICH DICH STÖRE? HÄLST DU MICH FÜR BLÖD? ICH WEISS GANZ GENAU DAS DU MICH LOSWERDEN WILLST!
Er war also oben, und hatte überlegt ob er wieder zurücksoll zu mir?
Moé stand oben, und hatte sich wirklich, wirklich ernsthafte Gedanken gemacht, ob ich…

“DU VERDAMMTER IDIOT!! DU DUMMES KLEINES KIND! JETZT HÖR MI-”
“DA HABEN WIR ES! DU SIEHST MICH ALS KIND! NICHTS WEITER!
“NATÜRLICH DU BIST JA AUCH NOCH EIN KIND!!”
“NEIN BIN ICH NICHT! UND HÖR AUF ZU SCHREIEN!”
“ICH SCHREIE DOCH GARNICHT! DU SCHREIST!”
“WIR SCHREIEN BEIDE DU ALTER MANN!”

Wir holten beide Luft, der Taxifahrer selber holte die Jacke von der Windschutzscheibe und sah dem geschehen fast schon ängstlich zu.
Der Regen prasselte weiter auf uns herab während Moé mehrmals was zu sagen schien wollte.

“DU HAST DOCH NUR AUF MICH GEWARTET WEIL ICH DIE JACKE GEHOLT HABE!”
“WAS REDEST DU FÜR EINEN UNSINN?!”
“ICH HAB NACHGESEHEN! IN DEINER GELDTASCHE SIND ÜBER 150.000 Yen!” (Entspricht knapp 1200€)
“UND AUF DAS GELD HAB ICH GEWARTET, JA?”
“NATÜRLICH, AUF WAS SONST?!”

Schweren Schrittes trampelte ich zu den Taxifahrer, riss ihn meine Jacke aus der Hand und zog die Geldtasche: “DIE DA MEINST DU JA?!”, ging über die Straße, wo sich das Meer erstreckte: “NA DANN SCHAU MAL WIEVIEL SIE MIR BEDEUTET!!”
Ein gekonnter Wurf lies sie mehrere Meter weit weg fliegen bevor sie unterging, dann begann ich meine Schuhe auszuziehen und hinterherzuwerfen, schließlich auch mein Oberteil und zuletzt meine Hose in dem sich Handy, Schlüssel und mehr befand.
Ich schnaubte vor Wut, würdigte Moé keines Blickes und stieg ins Taxi ein: “Kommst du?”, Moé war leise.
Die ganze Fahrt über.
Kein einziges Wort wurde mehr geredet.
Lehnte mich gegen das Fenster, versteckte mein Gesicht hinter meiner Hand und habe mir die ganze Zeit überlegen müssen, ob das wirklich nur Regentropfen von meinen nassen Haaren waren die mir vom Gesicht liefen..

Dritter Tag vorbei… noch grausame elf werden folgen.


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Chapter 07: Schlafwandelnde Allmacht

Erneut bin ich im NICHTS.
Alles weiss, und wieder überkam mich diese instinktive Angst ob ich etwas festes unter meinen Füßen habe, ob es Luft ist die ich atme.
Ich renne wieder erneut los, doch diesmal braucht es nicht lange.
Eine Wand.
Zumindest eine feste Materie vor mir die ich nicht sehe.
Langsam an daran vorran tastend verliere ich Boden unter meinen Füßen, ich falle, ich spüre Wind in meinen Gesicht, ich sehe nicht das ich falle, könnte auch schweben, nichts ist um mich.
NICHTS.
DAS Nichts.
Nur der Wind…

Und ich knalle gegen etwas festes. Tiefgreifender Schmerz raubt mir die Kraft zu atmen, Blut schießt mir aus der Nase und Kopfschmerzen rauben mir fast mein Bewusstsein, endlich die Augen geöffnet bemerke ich das ich nicht mehr in meinen Bett liege.
Liege auf meinen Rasen.
Moé starrt vom Balkon der über mir ist erschrocken runter.
Kann nicht atmen, mir ist schlecht, bin mich kurz vorm übergeben.
War überrascht wie viel so ein kleiner Sturz ausmachen konnte.
Klein?
Nein.
Vielleicht.
Ein wenig.
Nein.
Es war ein kleiner Sturz.
Und mir tat alles weh.

Kurz bevor ich dachte meine Lungen haben den geist aufgeben riss Moé mich hoch, ohrfeigte mich ein paar mal feste und schrie dabei: “ATME!! ATME!! VERDAMMT!!”,ein schmerzhafter tiefer stoß von Luft durchdringt mich, als Moé seine Lippen auf meine presst.
Röcheln, husten, seine Hände noch auf meiner Brust: “Was springst du auch vom Balkon, alter Mann?!”, gab er meckernd von sich, sein besorgter Blick lies seine Beleidigung nicht ernst zu nehmen.
“Alles in Ordnung, alles Ok. Nichts passiert.”
Wäre nur fast gestorben.
Ganz sicher.
Schlafgewandelt.
Beschissener Raum.
Ich hasse ihn.
Verstehe nicht wieso er da ist.
Sterben.
Niemand hätte es bemerkt.
Ohne Moé wäre ich gestorben.
Und meine Leiche hätte man erst gefunden wenn der Gestank zu den Nachbarn gekrochen wäre von meiner vermoderten Leiche.
Ich bin mir sicher.

Ein berühmter Mann meinte mal, dass das Schicksal nichts weiter ist als eine unterbewusste Handlung die uns gelenkt hat zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und mit diesen Gedanken starrte ich immer noch Moé an der vor mir kniete, sein blick tadelnd als wäre ich das kleinere Kind von uns beiden.
“Du kennst THE ROOM oder?”, rethorische Frage, seine Reaktion war wider meiner Hoffnung nicht verdachterregend: “Du hast meine Geschichten also gelesen.”
Moé strich sich durch seine schwarzen Haare, stand langsam wieder auf und blicke herab zu mir: “Warum willst du das wissen?”, ich packte seinen Unterarm, zog ihn wieder auf das Gras und sah ihn in die Augen: “Das sind keine Träume, was ist es? Was hat es mit dieser Monochromen Umgebung auf sich, in der wir uns beide immer wieder befinden?”
Sein blick wurde überrascht, er strich sich nachdenkend die Schläfe mit der freien Hand: “Ich war mir nicht sicher ob du es wirklich auch träumst, ich hielt es immer für…”, er verstummte und schien ernsthaft nachzudenken.
Moé wusste es auch nicht.
Was für ein Start in den Tag.
Wäre fast gestorben.
Hab ein ungutes Gefühl.
Nun wird aber erstmal gefrühstückt.

Gegen Mittag war ich mit Moé beim Amt, und gegen Abend sind wir erst Nachhause gekommen. Moé war nun offiziell mein Mitbewohner, hatte absolut keine Probleme. Mussten nur noch warten auf die Unterschrift seiner Eltern.
Den ganzen Tag lang hielt ich seine Hand, lies sie keine einzige Sekunde los, nur kurz beim Unterschreiben. Ignorierte Moé sein meckern darüber und zog ihn schnellen Schrittes hinein und drückte ihn dann gegen die Haustüre.
Diesmal hielt man mich für seinen Bruder.
So oder so, egal wie ich es drehe und wende.
Unsere Beziehung hat keine Zukunft.

Mein eigener Körper bebte vor aufregung, es war ungewöhnlich kalt für diese Jahreszeit, vielleicht hatte ich auch einfach zu große Fantasie aber für einen kurzen Moment war ich sicher unseren Atem sehen zu können.
Kleine Wölkchen die aus seinen und meinen Mund kamen, langer Augenkontakt, drückte meine Bein zwischen seine so das mein Oberschenkel fest an ihn presste.
Versuchte diesen Drang zu widerstehen, Moé selbst hatte seine Handflächen auf die Tür gedrückt, flache und schnelle Atemzüge erfüllten die Stille.
Ich bin mir nicht sicher ob es richtig ist, was ich tue, ich bin mir nicht sicher ob es falsch ist was ich tue und am wenigstens weiss ich ob er gerade derselben Ansicht war wie ich.
Wie sah er uns beide?
Eine Spielerei? Ein Abenteuer? Bekannte, Freunde oder gar einfach nur Professor und Schüler?
Von seinen giftgrünen Augen langsam nach unten blickend sah ich wie seine Unterlippe anfing zu zittern, wer sich nicht intensiv mit den feinen gestiken eines Menschen beschäftigt, würde dies nie auffallen.
Langsam übernahm mein Beben Moés Körper, ein Arm abgestützt neben seinen Kopf, den anderen nun tastete sich von seiner Schulter langsam zu Hals, meine Hand in seinen Nacken und vergrub sich in seine Haare.
Irgendwie habe ich dieses Gefühl, dass er genau dasselbe denkt wie ich, dass jemand wie ich so fordernd seine Leidenschaft gerade am Ausdruck bringen war. Doch noch hielt ich mich zurück.
Drückte ihn an den Haaren etwas zurück, musterte ihn lange, meine Lippen waren von seinen nur noch ein bisschen entfernt.
Es wurde kein Wort gesprochen, das einzige was uns irgendwie in diesen Moment umgab war der warme Atem des jeweils anderen.
“Lass das Raoul.”, sprach Moé, unweigerlich streiften sich unsere Lippen bei diesen Satz, sein blick war selbst verlangend, aber sein Mund sprach was anderes.
Langsam lösten sich meine Finger wieder von seinen Haaren, ich zog mein Bein zurück und drehte mich um: “Du hast recht.”, gab ich von mir, diese kühle Distanz erneut zwischen uns schieben, umdrehen musste ich nicht, denn Moé rannte laut und polternd genug damit ich hören konnte das er ins Badezimmer gerannt ist.
Moé wollte nun nicht einmal Sex von mir.
Dabei war er doch ein Sexsüchtig, prägte eindeutig die Zeichen von ‘Hypersexualität’.

Ich weiss nicht wie lange ich in der Küche stand, bevor ich mich an der Wand anlehnte, und hoffte das Moé etwas länger brauchen würde dabei sich selbst zu helfen.
Langsam lies ich mich auf den Boden fallen, fragte ein letztes mal zu mir selbst was ich tun sollte.
Um die Ereignisse der letzten 12 Stunden zusammen fassen:

  1. Bin vom Balkon gefallen wegen Schlafwandel.
  2. Wäre dabei fast gestorben.
  3. Hab Moé erfolglos über THE ROOM ausgequetscht.
  4. Bin mit ihn im Amt gewesen über mehrere Stunden.
  5. Wollte Sex mit einen Jungen haben der mein Student ist, zehn Jahre jünger und dazu noch ein Junge.
  6. Und obwohl diese Person sexsüchtig ist hat sie mich abblitzen lassen.

Lieber Gott im Himmel, ich glaube an keine Allmacht die uns erschaffen hat, aber der Gedanke ist erleichternd, das es dieses etwas das du darstellen sollst da ist, da ist um mir beizustehen.
Dieses Etwas an was ich mich krallen kann und das mir halt gibt gerade in diesen Moment.

Tag zwei vorbei und noch Zwölf werden folgen.


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Chapter 06: Das echte Lachen

Neben mir im Bett lag Moé, im Gegensatz zu ihn konnte ich nicht schlafen, kein bisschen, und während ich sein schlafendes Gesicht so betrachtete und in meinen Kopf mir alles durchging was ich machen musste.
Er ist aus der Universität geflogen, und ich bin Schuld.
Die Familie hat ihn verstoßen, und ich bin Schuld.
Moé besitzt nichtmal eigene Kleidung mehr, und ich bin Schuld.
Weil ich Keisuke…
Warum hab ich das eigentlich getan?

Als ich meinte das die Antwort langsam in mir hochsteigt drehte ich mich um und betrachtete meinen Wecker.
Es war ein richtig neumodisches Teil, wenn er abgeht beginnt der Radio und tolle Musik spielt und ich…
Den Gedanken wie Moé darüber reagieren könnte wenn er hören würde wie der Wecker klingelte riss ich das Kabel raus so das ich einen Moment Angst hatten musste das die Wand darunter leiden konnte.
Ich weiss nicht wie spät es nun war, und es war ja auch nicht mehr von belangen, ich war suspendiert und er hatte keine Schule.
Wir hatten nur noch uns.
Und der Gedanke fand ich nicht einmal so erschreckend wie alles andere was mit Moé zutun hatte.

Es war bereits Mittag als er aufwachte und sich genüsslich über mein Mittagessen hermachte, ich war kein Weltklassekoch, aber in der heutigen modernen Welt musste man tiefgefrorenes kaufen können und wissen wann eine Pfanne anfängt den Inhalt zu braten und nicht zu flambieren.
Dann war man schon ‘aus den Schneider’.
Kein einziges Wort über das von Gestern verlor er, nachdem er sich ohne zu fragen einen Pudding aus den Kühlschrank holte sprach ich das erste Wort: “Was hast du nun vor?”
Schmarotzer elender…

“Ich weiss wo ich arbeiten kann, hab einen Freund, nur ein gutes Wort und ich bin eingestellt.”
“Ein gutes Wort? Über dich?”
“Hey man kann über mich auch gutes sagen.”
“Sag drei Dinge.”
“Ich bin ehrlich, sehe gut aus und bin sportlich. Ich bin der Inbegriff eines Mädchentraums. Besser als mich geht es nicht mehr.”
“Vergiss bitte nicht deine angeborene Bescheidenheit.”

Moé lachte, richtig ehrlich, am lachen, es war seltsam das zu hören, aber er sah sogar niedlich aus, so wie er lachend dastand, mit seinen Puddingbecher in der Hand und den Löffel vor den Lippen.
“Also gut, du darfst die Woche noch Schmarotzer sein, nächste Woche aber kick ich dich raus wenn es sein muss.”, mit einen Grinsen fuhr ich durch seine Haare, seine reinschwarzen Haaren die so schön glänzten.
Dann ging ich an ihn vorbei zu der Kaffee Maschine als ich hörte: “Aye-aye Sir!”
Er hatte doch tatsächlich einen Befehl… neiiin… doch nicht Moé… oder etwa doch?
Ich drehte mich langsam zurück, doch Moé war wieder an seinen Schokopudding am essen.

Vielleicht würde ich noch mehr solche Mimiken finden in dieser Woche?
Die Tasse gefüllt mit schwarzen Kaffee, nahm sie mir Moé einfach aus der Hand und reichte mir eine leere: “Danke.”, meinte er nur und saß sich wieder zum Tisch wo er die Morgenzeitung genüsslich in einzelteile zerreisste und wegwarf.
“HEY! Die wollte ich noch lesen!”, ich zeigte auf den Müllkorb wo er es reingeworfen hat, Moé selbst trank einen Schluck, nur Gott weiss wie er diesen heissen Kaffee gerade trinken konnte, ich hatte eben noch probleme die Tasse zu halten und der trinkt daraus, und meinte gelassen: “Die Medien manipulieren einen doch nur. Das hat mir mal wer beigebracht.”
Ein Klirren ertönte, die leere Tasse landete gekonnt zu Boden, knapp an meinen Hausschuhen vorbei: “Das hab ich… das Zitat stammt von mir.”, sagte ich eher zu mir selbst.
Moé schüttelte den Kopf und trank erneut einen großen Schluck: “Blitzmerker.”
Seltsames Gefühl, wenn du weisst das ausgerechnet der Student das Ernst nimmst was du sagst, von dem du meintest das er nur als Platzfüller in dem Seminar gilt.

Nach dem Mittagessen ließ ich Moé alleine bei mir. Er hatte keine Kleidung und ich musste welche kaufen gehen. Größe hatte er mir gesagt, auch den Kleiderladen wo ich die Sachen finde die er mag.
Die Blicke der Jugendlichen in den Hippen Laden in dem ich mich am Ende befand sagten mehr als alle Worte dieser Welt.
Als ich schließlich Shirts nahm von dem ich wusste das er die selber auch mal anhatte und zur Kasse ging wurde ich mit einen: “Ist das für ihren Sohn?”, empfangen.
Sohn… Sohn… Sohn…

Und obwohl ich mich eigentlich beleidigt fühlen sollte, tat ich das nicht.
Nein, im Gegenteil, es brachte mich zum grübeln.
Zwischen Moé und mir lagen 10 Jahre alters Unterschied.
10 Jahre…
Der 29 jährige Professor und sein 19 jähriger Student.
Das konnte nicht gut gehen, niemals, und ausserdem wollte Moé sowas nicht von mir.
Nur Sex…

Und obwohl mich der Gedanke beruhigen sollte, das Moé nichts von mir will das weiter hinausgeht als Sex, und das so eine Beziehung sowieso keine Zukunft hatte.
Wurde ich ein wenig Traurig… warum wohl?

Zuhause stürtzte sich Moé gleich auf die Sachen die ich ihm gekauft hatte, zog sie begeistert an und gab ein: “Wow hätte nie gedacht das du mir echte Markenware kaufst.”
“Wieso du hattest welche davor auch schon an…”
Nachdem er seine Jeans angezogen hatte, gab er ein: “Das waren Imitate meistens.”, von sich und lies mich mit meinen passenden Gesichtsausdruck zu dieser Beichte stehen.
Das war erst der erste Tag…
Der erste Tag eines langen langen Urlaubs, den ich mit Moé verbrachte.
Für heute aber genug getan.

Morgen sollte ich dann wohl die rechtlichen Dinge klären gehen…


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Chapter 05: Teigtaschen sind gut für die Haut

Eine Woche ist vergangen seit ich Moé gezwungen habe mein Bad aufzuräumen, man würde es ihm kaum zutrauen wie sauber er putzen kann, dennoch endete es damit das mit hohen Fieber in meinen Bett lag und Moé schließlich nach Hause musste.
Heute kam er zurück, gesund und wie immer.
Inzwischen verfolgte mich THE ROOM nur noch zwei-dreimal in der Woche.
Ich würde so gerne wissen was THE ROOM mit Moé zutun hat…

Es war Mittagspause als ich gerade von einen Imbissladen in der Nähe der Uni mein Essen geholt hatte, als ich sah wie beliebt Moé bei den Mädchen ist.
“Hier du kannst mein Lunchpaket haben Tono-san ♥”, sprach das kurzhaarige große Mädchen, und reichte ihm ihre Lunchbox.
Moé sah das Lunch dann sie an, schließlich sprach eine Rothaarige dann während sie sich zu ihn beugte: “Und als Nachtisch darfst du ruhig haben ♥”
Unglaublich das dieser Zwerg ein Frauenmagnet war, ich lauschte noch etwas dem Gespräch während ich meine Teigtaschen genüsslich aß. Nicht das es mich interessieren würde was er tut, oder ob ich mich sonst irgendwie für ihn interessiere jenseits von seinen Wissen zu THE ROOM und seinen Talent…
Ich doch nicht…
Oder?
“Ich finde du solltest das Lunchpaket schon essen.”, meinte Moé und reichte ihr das Lunchpaket wieder, die vier Mädchen sahen ihn verwundert an: “Aber sie ist gerade auf Diät.”, sprach die dritte mit den Haarband.
Moé selbst drückte auf den Unterarm der Kurzhaarigen und sprach dann schließlich: “Ich hab es lieber wenn Mädchen ‘quetschbar’ sind. Deswegen würde ich sagen du sollst eher mehr essen.”, er sah sie ganz normal an. Nicht schleimerisch oder als würde er es auf flirten abzielen.
Ehrlicher Mensch, diese Krankheit war ein wirklich ehrlicher Mensch.
Die Mädchen fingen an zu kichern und wedelten mit den Händen: “Dann wäre es also besser wenn wir mehr Fleisch und Süßes essen?”, Moé überlegte sichtbar und nickte dann: “Ja, das würde ich sagen. Bei euch hab ich das Gefühl wenn ich euch umarme breche ich euren gesamten Körper.”, die Mädchen sahen kurz verletzt aus, dann fingen sie an über Moé herzufallen, ihn zu knuddeln umarmen, Bussis geben bis schließlich die Mittagspause vorbei war.

Und ich war immernoch in der Nähe und hatte alles beobachtet.
Kümmerte es mich wirklich was diese Krankheit da gerade veranstaltete?
Den Satz kaum zuende gedacht, warf ich den Rest der letzten Teigtasche in Moé’s Gesicht, bevor ich in mein Büro ging.
“ALTER MANN!”, rief er wütend hinterher: “DAS GIBT KRIEG!”, mit diesen Worten rannte er auf mich zu, sprang mich an und wir rollten über den Boden: “WAS HEISST HIER ALTER MANN?”, ich rollte mich auf ihn und wollte zum schlag ausholen instinktiv als ich Moé’s Gesicht sah.
Seinen Ausdruck.
“Leg dich nicht mit mir an.”, aufgestanden, Staub abgeklopft und einen ekligen noch frisch gekauten Kaugummi von der Jeans runtergezogen bevor ich ihn aufhalf.
Nur zögernd nahm er meine Hand und stand wieder auf: “Was wird das?”
Ich will dich unterstützen Moé-chan, auch wenn du mich zur Weißglut bringst.”, ausgesprochene Worte die ich sofort bereute bevor ich an ihn vorbei ging, und nicht bemerkte wie die Gesichtszüge von ihm für kurze Zeit ganz weich waren.

In meinen Büro schlief ich erschöpft ein, irgendwie war ich seelisch wieder überfällig zum schlafen. Die Türe des Büros noch offen.
Und als ich in THE ROOM war, war es auch so, erneut von meinen Instinkten geleitet rannte ich erst im Büro umher, bis ich bemerkte das die Türe nur angelehnt war.
Die Schule, die Schule in monochromen Tönen.
Es war so seltsam in den leeren Gang zu gehen…
Wenn ich zurückblicke, hab ich wirklich keine Ahnung mehr, warum ich in den Kunstclubraum ging den ich mit Moé gegründet hatte.
Aber ich ging herein, und sah es.
Ich sah Silhuetten. Silhuetten von Moé und Keisuke, und ich hörte jedes Wort. Alles was sie sprachen.
Und ich sah wie Keisuke ihn zum Sex zwang, ich rannte, versuchte diese Schatten irgendwie zu fassen zu bekommen, aber es ging nicht. Griff durch, stand in den Schatten sogar, die Stimmen waren dennoch zu vernehmen, ich hörte wie er und Moé stöhnten, das Ächzen und Keuchen.
Mein eigener Schrei riss mich aus den Schlaf heraus, ich rannte so schnell mich meine Beine tragen konnten in den Kunstclub auf dem gerade Keisuke dabei sich dran war auf Moé sich zu—
Erst noch meine Faust geballt zu einen Schlag der ihm das Genick brechen würde konnte packte ich ihn am Kragen und zog ihn zu mir: “Hat dir die Warnung nicht gerreicht in der Ubahn?”, hauchte ich in sein Ohr.
Es kümmert mich nicht was Moé macht, es kümmert mich nicht was Moé macht, es kümmert mich nicht was Moé macht, es kümmert mich nicht was Moé macht, es kümmert mich nicht was Moé macht, es kümmert mich nicht was Moé macht…
Es kümmert mich was Moé macht.
Wirklich.
Mich ärgert es sehr.
Halt dich zurück Raoul, halt dich zurück, halt dich zurück! Gewalt ist keine Lösung…
Aber es tat wirklich tut.

Suspendiert… für 3 Wochen… noch einmal und ich würde in Japan keinen Job mehr finden.

Unnütz Zuhause rumsitzen. Nichts tun, wirklich nichts tun.
Der dritte Tag schon.
Saß in meinen Sessel im Wohnzimmer, starrte ins nichts.
Ich verfiel in mein altes Muster, das Muster als ich selbst noch ein Student war…

Drei Wochen, vielleicht sollte ich in dieser Zeit mal meine Familie besuchen.
Kaum nachgedacht fing ich an zu packen, grob, nicht viel, Sturmgepäck.
“Wohin gehst du?”, ertönte Moés Stimme hinter mir.

“Schon einmal was von anklopfen gehört?”
“Überbewertet.”
“Verstehe.”
“Wohin gehst du?”
“Verschwinde.”
“Wohin gehst du?”
“Weg.”
“Wohin?”
“Nicht hier.”
“Wohin?”
“Nach Hause.”
“Du bist zu Hause.”
“Bin ich nicht.”
“Ich geh mit.”
“Gehst du nicht!”
“Doch.”

Haare raufend und die Brille wieder richtig drücken drehte ich mich kein einziges mal um, keinen Augenkontakt.
War das Beste.
Hab einen Schüler einen Zahn rausgeschlagen, wegen ihn.
Bin suspendiert, wegen ihn.
Meine Maske bröckelt ab, wegen ihn.
“Hast du Geld?”, rethorische Frage und ich strich mir meine Haare zurück.
Nein.”, antwortete er wieder, in denselben Ton wie das ganze Gespräch schon ging.

“Ich gehe nach Griechenland.”
“Absolut kein Problem.”
“Wie darf ich das verstehen?”
“Verwandte.”
“Warum willst du mit?”
“Wieso nicht?”
“Du hast Schule.”
“Hab ich nicht.”
“Deine Eltern fragen?”
“Hab keine Eltern mehr.”

Erschrocken drehte ich mich um nach diesen Satz, da stand Moé, dreckige, frierend, nackt.
Nackt.
Ich riss die Decke gekonnt unter meinen Koffer weg der auf den Bett lag und legte sie schnell um Moé: “Was ist passiert?”, etwas atemlos, da ich die Luft anhielt bei seinen Blick: “Er hat mich aus den Haus geschmissen.”
“WIESO?!”, schrie ich, selbst erschrocken über meinen Ton drückte ich die Decke etwas fester um ihn.
Nackt, dreckig, aus den Haus geschmissen? Sein Vater als Dekan hat ihn demenstsprechend auch aus der Universität..?
“Wieso?”, fragte ich noch einmal, etwas leiser, Moé selbst zuckte nur die Schultern: “Als du Keisuke verprügelt hast, hat dieser den Alten gespickt das ich Bi bin. Das hat diesen Homo-Hasser natürlich garnicht gepasst und mich vor die Wahl gestellt.”
Vorsichtig strich ich seine pechschwarzen und glänzenden Haare aus den Gesicht, war auf den Knien um ins Gesicht sehen zu können und lauschte aufmerksam weiter: “Heiraten oder alles – wirklich alles – zurückzulassen wenn ich das Haus verlasse.”
Alles. Sogar seine Kleidung…
“Und die Polizei? Die Menschen? Hat dich niemand–”, er holte tief luft, als würde er einen kleinen Kind etwas erzählen was total offensichtlich war: “Ich wurde vier mal nach Hause gebracht, und viermal wieder aus den Haus geworfen. Hab mich so Gasse für Gasse durchgekämpft, dauerte seinen Tag zwar, aber ich bin ja hier.”
Er ist zu mir…
Moé Tono, der Mensch der mich an meisten zu hassen schien, kam zu so einen Moment zu mir: “Und… weshalb?”
Nun zog er sich selber die Decke enger um sich: “Du bist wie ich, du bist ehrlich, und man kann dir Sachen anvertrauen ohne das du eine Meinung dazu gibst. Das mögen die Menschen. Und ich auch.

Was macht man in so einer Situation? Er war 19, alt genug also um nicht mehr Zuhause zu sein.
Miete, anmelden im Amt, Adresse ändern, Kleidung kaufen…
Ich ließ mich auf das Bett fallen neben meinen Koffer, holte tief Luft und sah durch seine armseelige Erscheinung hindurch und versuchte das Brainstorming zu entwirren dass in meinen Kopf die Oberhand nahm.

Und dieses beissende Gefühl im Hinterkopf, dass ich daran schuld bin.


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Chapter 04: Die Rache

Nach dieser gekonnten HIGH FIVE Vergewaltigung von Moé schien er ganz der Alte zu sein.
Arrogant und mit diesen Blick der genau beschreibte wie er die Eingeweide seines Gegenübers als Weihnachtsdekoration verwenden will.
Dialog führten wir auch keinen, nicht dass wir das, was wir davor führten, man als Dialog bezeichnen konnte.
Aber nun war es eine stille Kommunikation die von Blicken ausgetragen worden ist, ich erfuhr auch an diesen Tag nichts neues über THE ROOM.
Protokoll geführt, in die Akten gelegt, und schließlich wieder in der Ubahn hockend wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Moé stürmte in den eh schon zum Erbrechen vollen Abteil.
Diese Stimme erkannte ich immer und immer wieder.
Eine Unverkennbare Stimme die nur zu dieser Krankheit zugeordnet werden kann.
Und ich wurde Zeuge auch noch davon wie Moé sexuell belästigt wird von Keisuke.
Dieser elende nichtssagende 08/15 Schüler vergriff sich an seinen………………………… Informant!
Moé erst noch laut genug am schreien dass man meinen könnte Godzilla habe es in die Ubahn geschafft, dann wurde er aber leise.
Widerwillen stand ich von meinen hart erkämpften Sitzplatz auf – denn ich gebe immer so gerne vor das ich schwer Krank bin und diesen Sitzplatz brauche – ging ich in die Ecke an der Moé und Keisuke waren, drückte mich gegen ihnen so das Moé fast zerquetscht wurde.
Das Lächeln auf meinen Lippen begründete wohl meinen Ruf in der Universität als ‘Raoul der Teufel’.
Unsanft am Kopf gepackt drehte ich sein Gesicht zu mir hoch und auf die Seite, solange bis wir beide nicht mehr sicher waren ob es sein Genick noch aushaltet: “Öffentliche Orte sind für sowas nicht gemacht.”, zog seine Hand dabei weg die an Moé’s Oberteil war.
Gekonnter Stoß in die Menge, dabei einen Fuß stellend das er unsanft mit den Gesicht vorraus flog.
Keinen Blick an Keisuke weiter verschwendet drückte ich mit Daumen und Zeigefinger und drückte unsanft so sein Mund auf.
“Das mit der gebrochenen Nase wirst du abarbeiten, ich nehme dich mit nach Hause. ♥”, ein extra erotischer Ton, aber wenn er wüsste, was er tun muss würde er nicht mit mir gehen.

Da standen wir nun, in meinen Badezimmer. Mein altes Fahrrad in der Badewanne – natürlich verrostet – der kleine Kühlschrank ebenfalls, hier und da etwas das früher wohl Kleidung von mir war, jetzt aussah wie ein Bio Projekt.
Wenn ich das Moos betrachtet wieder, muss ich mich fragen ob es hier so gut gedeiht oder ob seine Eltern das Haus schon so gekauft hatten.
Moé sein Blick war unbezahlbar, besser wie jeder Orgasmus bei weiten.
“Bereust du es das du deinen Vater gesagt hast das du bei einen FREUND übernachtest?”, ich strich mir meine Haare zurück und zog die Brille aus, die feuchte Luft im Bad ließ sie schneller anlaufen.
“Vergiss es, niemals, ich weiss was du willst, ich werde das hier sicher nicht in Ordnung bringen!”, keifte Moé und stampfte an mir vorbei: “Was würde wohl dein Vater sagen wenn ich meinen Dienst quitiere weil wir beide ein Liebespaar sind?”
Meine Brille poliert steckte ich das Poliertuch zurück in meine helle Jeans und zog sie an: “Passende Arbeitskleidung hab ich… zufällig.”, und reichte ihm ein Hausmädchen Outfit mit vielen pinken Rüschen.
Meine Finger glitten seinen Hals hoch zu seinen Kinn, hebten ihn hoch und drückte meine Lippen kurz auf seine neckend: “Das steht dir sicher wunderbar ♥”
Sarkasmus, mein geliebter Sarkasmus, ich will mit dir schlafen!
Widerwillig – naja widerwillig ist untertrieben, denn sein Gefluche war locker auf Gangster Niveau – zog Moé sich die Arbeitskleidung an, nahm den Mob und Eimer von mir entgegen und ging erneut ins Bad.
Ich selbst war in der Küche und machte mir gerade meinen Kaffee und eine Packung Kekse auf als Moés Schrei durch das ganze Viertel ertönte.
Der Urschrei.
Vielleicht sollte ich das bei meinen nächsten Lesungen erwähnen. Ich finde sicher etwas interessantes dazu.
“WAS IST DAS? OH MEIN GOTT!! ICH GLAUB ES KANN BEISSEN!”, den Stuhl nah an den Treppen geschoben, einen zweiten wo meine Schüssel mit Keksen dastand und meine Kaffeekanne beobachtete ich vergnügt wie Moé hoch und runter rannte zum schrubben, versorgen, wegwerfen, frisches Wasser holen etc. etc.
Moé giltet mit seiner zarten Statur eh als 70% GIRLIE, mein Grinsen sprach mehr wie jedes Wort und Moé selbst brauchte nun jeden Atemzug für seinen Job.
Schlaf würden wir diese Nacht beide nicht finden.

Es war kurz vor 5:00 am als Moés nächster Schrei losging, Wasserrauschen war zu vernehmen und als ich stolzen Schrittes hochging, meine Krawatte richtete und die Brille zurecht rückte sah ich wie Moé unter einen gebrochenen Wasserrohr stand, nass bis auf die Knochen.
Er stand da wie ein begossener Pudel und ich kicherte kurz: “So teuer kann die Reperatur garnicht sein dass das nicht Wert war.”, mit diesen Worten, und inzwischen selbst Nass bis auf die Shorts tappste ich in den Keller um das Wasser abzudrehen.
Gedacht – Getan, eine gekonnte Drehung ließ mich Moé erkennen der wütend sein Haarreifen auf den Boden warf: “DU VERDAMMTES ARSCHLOCH! MIR DOCH EGAL ICH MACH NICHTS MEHR – NICHTS MEHR HAST DU GEHÖRT DU FREAKIN MORON!!!”, und einige andere Fluchwörter während er mit seinen Fuß auf den Haarreifen am Boden drehte.
“Hey Hey…”, ich ging in die Knie und sah hoch zu ihn, er sah wirklich unglaublich niedlich in den Outfit aus, in den Händen den Haarreif zog ich ihn Moé vorsichtig an und hob seinen Rock: “Was würdest du sagen wenn ich es tun würde?”
Was eigentlich nur rethorische Frage galt outete sich als ein Eigentor.
Ein gellendes Lachen hallte von den kalten Kellerwänden und Moé hielt sich seinen Bauch, Tränen waren zu sehen und er pattete meinen Kopf als wäre ich ein kleines Kind: “Schon ok, ich mach das Bad wieder, aber… sag sowas nicht mehr sonst…”, sein Lachen erschallte erneut – verstummte aber abrupt als ich seine nassen Shorts bis zu den Knien zog.
Hier ging es nicht darum das ich Sex mit einen Mann…….Junge……Kind………..MOÉ hatte.
Sondern darum wer hier der Mann und wer die Frau ist in unserer ‘Beziehung’.

Was sich am Anfang nur als Blowjob outen sollte landete wieder zu gekonnten drei Runden plus Blowjob und eine “69″.
Wieder der Beweis, der letzte Beweis. Moé war Sexsüchtig.
Aber das war wirklich nicht mein Gedanke mit den ich – mit Moé auf mir – einschlief erschöpft.

Und wieder war ich in THE ROOM, doch jenseits allen was ich erlebt hatte war es diesmal nicht so schlimm nichts denken zu können, Moé war auch hier, und so starrten wir uns einfach nur Gegenseitig an in diesen monochromen Keller.
Die ganze lange Zeit, bis wir schließlich wieder aufwachten.

Ein lautes Nießen von Moé, der im Bad wieder am aufräumen war riess mich hoch und ich ließ fast meine Tasse Kaffee fallen.
Konnte dieses Balg nichts besseres? Moment? Erkältung?
Und da kam der Flashback von den kalten Keller mit der nassen Kleidung.
Haare gerauft wie unverantwortlich ich doch sein kann, ging ich ins Schlafzimmer holte eine Decke und zurück zu Moé: “Fürs erste hast du genug getan.”, ich zog ihm seine Arbeitsuniform aus, und zerrte ihn unsanft am Oberarm in die Küche.
“Lass los! Was hast du jetzt vor du Spinner?”, ich drückte ihn meinen Schwamm in den Mund und hielt diesen zu so das er ihn nicht rausspucken konnte: “Leise! Sonst hol ich einen Schwamm mit den ich mein WC sauber mache.”, er wehrte sich und zappelte doch mein Griff um seinen Mund und Kopf war fest genug um ihn mit einen Tuch und warmen Wasser erstmal abzuwaschen, bevor ich die Hand dann wegzog und ihn in die Decke wickelte.
“Pass ja auf, das ist meine Lieblingsdecke.”, waren meine Worte als ich ihn hochhob, beide Hände auf seinen Hintern dabei und so in mein Schlafzimmer legte.
“Ich kann alleine laufen, lass mich los! Sofort! Ich bin doch kein Weibsbild! Du sollst mich loslassen!!”, er zappelte so wild hin und her das ich ihn aufs Bett warf genervt: “Bitte sehr, ich mach jetzt Tee, den trinkst du, und wenn du ihn nicht trinkst gibt es Schläge!”

Seltsamerweiße war er dann ruhig, ich denke, das Fieber was er nun hat lässt ihn süßer sein als er in Wirklichkeit ist.
Ich saß einfach nur neben ihn auf den Stuhl und laß mein Buch.
“Wieso tust du das?”, antwortete Moé nachdem er wieder aus einen kurzen schlaf aufgewacht war.
“Weil ich verantwortung für mein tun trage, im Gegensatz zu dir!”, er lachte kurz ehrlich und drehte sein Gesicht richtung Decke: “So ist das also…”
Den Lappen an seinen Kopf frisch kalt gemacht und auf seine Stirn gelegt sah ich ihn lange an: “Du heisst garnicht Moé stimmts?”, sein verwirrter Gesichtsausdruck warf mich kurz aus der Sicherheit die ich noch hatte.
“Sogar in meinen Akten steht das ich Moé heisse, wie kommst du darauf?”, seine Stimme klang etwas leidend von der Krankheit und ich saß mich auf das Rand des Bettes: “Es ist ein Anagramm, für ‘Emo’ hab ich recht?”
Sein Blick nun auf die andere Seite schwieg er: “Meine Eltern nennen mich auch Moé das reicht doch?”, ein schwaches Nicken und ich strich ihn etwas über die Schulter.

“Ich verstehe viele Dinge noch nicht, aber du bist ein noch ein Kind Moé, und es ist nichts schlechtes daran wenn du dich in schlechten Zeiten an andere wendest, es ist absolut menschlich.”, mit diesen ausgesprochenen Worten zog sich Moé in eine Embryostellung und schlief viele viele Stunden lang…


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