Erneut bin ich im NICHTS.
Alles weiss, und wieder überkam mich diese instinktive Angst ob ich etwas festes unter meinen Füßen habe, ob es Luft ist die ich atme.
Ich renne wieder erneut los, doch diesmal braucht es nicht lange.
Eine Wand.
Zumindest eine feste Materie vor mir die ich nicht sehe.
Langsam an daran vorran tastend verliere ich Boden unter meinen Füßen, ich falle, ich spüre Wind in meinen Gesicht, ich sehe nicht das ich falle, könnte auch schweben, nichts ist um mich.
NICHTS.
DAS Nichts.
Nur der Wind…
Und ich knalle gegen etwas festes. Tiefgreifender Schmerz raubt mir die Kraft zu atmen, Blut schießt mir aus der Nase und Kopfschmerzen rauben mir fast mein Bewusstsein, endlich die Augen geöffnet bemerke ich das ich nicht mehr in meinen Bett liege.
Liege auf meinen Rasen.
Moé starrt vom Balkon der über mir ist erschrocken runter.
Kann nicht atmen, mir ist schlecht, bin mich kurz vorm übergeben.
War überrascht wie viel so ein kleiner Sturz ausmachen konnte.
Klein?
Nein.
Vielleicht.
Ein wenig.
Nein.
Es war ein kleiner Sturz.
Und mir tat alles weh.
Kurz bevor ich dachte meine Lungen haben den geist aufgeben riss Moé mich hoch, ohrfeigte mich ein paar mal feste und schrie dabei: “ATME!! ATME!! VERDAMMT!!”,ein schmerzhafter tiefer stoß von Luft durchdringt mich, als Moé seine Lippen auf meine presst.
Röcheln, husten, seine Hände noch auf meiner Brust: “Was springst du auch vom Balkon, alter Mann?!”, gab er meckernd von sich, sein besorgter Blick lies seine Beleidigung nicht ernst zu nehmen.
“Alles in Ordnung, alles Ok. Nichts passiert.”
Wäre nur fast gestorben.
Ganz sicher.
Schlafgewandelt.
Beschissener Raum.
Ich hasse ihn.
Verstehe nicht wieso er da ist.
Sterben.
Niemand hätte es bemerkt.
Ohne Moé wäre ich gestorben.
Und meine Leiche hätte man erst gefunden wenn der Gestank zu den Nachbarn gekrochen wäre von meiner vermoderten Leiche.
Ich bin mir sicher.
Ein berühmter Mann meinte mal, dass das Schicksal nichts weiter ist als eine unterbewusste Handlung die uns gelenkt hat zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und mit diesen Gedanken starrte ich immer noch Moé an der vor mir kniete, sein blick tadelnd als wäre ich das kleinere Kind von uns beiden.
“Du kennst THE ROOM oder?”, rethorische Frage, seine Reaktion war wider meiner Hoffnung nicht verdachterregend: “Du hast meine Geschichten also gelesen.”
Moé strich sich durch seine schwarzen Haare, stand langsam wieder auf und blicke herab zu mir: “Warum willst du das wissen?”, ich packte seinen Unterarm, zog ihn wieder auf das Gras und sah ihn in die Augen: “Das sind keine Träume, was ist es? Was hat es mit dieser Monochromen Umgebung auf sich, in der wir uns beide immer wieder befinden?”
Sein blick wurde überrascht, er strich sich nachdenkend die Schläfe mit der freien Hand: “Ich war mir nicht sicher ob du es wirklich auch träumst, ich hielt es immer für…”, er verstummte und schien ernsthaft nachzudenken.
Moé wusste es auch nicht.
Was für ein Start in den Tag.
Wäre fast gestorben.
Hab ein ungutes Gefühl.
Nun wird aber erstmal gefrühstückt.
Gegen Mittag war ich mit Moé beim Amt, und gegen Abend sind wir erst Nachhause gekommen. Moé war nun offiziell mein Mitbewohner, hatte absolut keine Probleme. Mussten nur noch warten auf die Unterschrift seiner Eltern.
Den ganzen Tag lang hielt ich seine Hand, lies sie keine einzige Sekunde los, nur kurz beim Unterschreiben. Ignorierte Moé sein meckern darüber und zog ihn schnellen Schrittes hinein und drückte ihn dann gegen die Haustüre.
Diesmal hielt man mich für seinen Bruder.
So oder so, egal wie ich es drehe und wende.
Unsere Beziehung hat keine Zukunft.
Mein eigener Körper bebte vor aufregung, es war ungewöhnlich kalt für diese Jahreszeit, vielleicht hatte ich auch einfach zu große Fantasie aber für einen kurzen Moment war ich sicher unseren Atem sehen zu können.
Kleine Wölkchen die aus seinen und meinen Mund kamen, langer Augenkontakt, drückte meine Bein zwischen seine so das mein Oberschenkel fest an ihn presste.
Versuchte diesen Drang zu widerstehen, Moé selbst hatte seine Handflächen auf die Tür gedrückt, flache und schnelle Atemzüge erfüllten die Stille.
Ich bin mir nicht sicher ob es richtig ist, was ich tue, ich bin mir nicht sicher ob es falsch ist was ich tue und am wenigstens weiss ich ob er gerade derselben Ansicht war wie ich.
Wie sah er uns beide?
Eine Spielerei? Ein Abenteuer? Bekannte, Freunde oder gar einfach nur Professor und Schüler?
Von seinen giftgrünen Augen langsam nach unten blickend sah ich wie seine Unterlippe anfing zu zittern, wer sich nicht intensiv mit den feinen gestiken eines Menschen beschäftigt, würde dies nie auffallen.
Langsam übernahm mein Beben Moés Körper, ein Arm abgestützt neben seinen Kopf, den anderen nun tastete sich von seiner Schulter langsam zu Hals, meine Hand in seinen Nacken und vergrub sich in seine Haare.
Irgendwie habe ich dieses Gefühl, dass er genau dasselbe denkt wie ich, dass jemand wie ich so fordernd seine Leidenschaft gerade am Ausdruck bringen war. Doch noch hielt ich mich zurück.
Drückte ihn an den Haaren etwas zurück, musterte ihn lange, meine Lippen waren von seinen nur noch ein bisschen entfernt.
Es wurde kein Wort gesprochen, das einzige was uns irgendwie in diesen Moment umgab war der warme Atem des jeweils anderen.
“Lass das Raoul.”, sprach Moé, unweigerlich streiften sich unsere Lippen bei diesen Satz, sein blick war selbst verlangend, aber sein Mund sprach was anderes.
Langsam lösten sich meine Finger wieder von seinen Haaren, ich zog mein Bein zurück und drehte mich um: “Du hast recht.”, gab ich von mir, diese kühle Distanz erneut zwischen uns schieben, umdrehen musste ich nicht, denn Moé rannte laut und polternd genug damit ich hören konnte das er ins Badezimmer gerannt ist.
Moé wollte nun nicht einmal Sex von mir.
Dabei war er doch ein Sexsüchtig, prägte eindeutig die Zeichen von ‘Hypersexualität’.
Ich weiss nicht wie lange ich in der Küche stand, bevor ich mich an der Wand anlehnte, und hoffte das Moé etwas länger brauchen würde dabei sich selbst zu helfen.
Langsam lies ich mich auf den Boden fallen, fragte ein letztes mal zu mir selbst was ich tun sollte.
Um die Ereignisse der letzten 12 Stunden zusammen fassen:
- Bin vom Balkon gefallen wegen Schlafwandel.
- Wäre dabei fast gestorben.
- Hab Moé erfolglos über THE ROOM ausgequetscht.
- Bin mit ihn im Amt gewesen über mehrere Stunden.
- Wollte Sex mit einen Jungen haben der mein Student ist, zehn Jahre jünger und dazu noch ein Junge.
- Und obwohl diese Person sexsüchtig ist hat sie mich abblitzen lassen.
Lieber Gott im Himmel, ich glaube an keine Allmacht die uns erschaffen hat, aber der Gedanke ist erleichternd, das es dieses etwas das du darstellen sollst da ist, da ist um mir beizustehen.
Dieses Etwas an was ich mich krallen kann und das mir halt gibt gerade in diesen Moment.
Tag zwei vorbei und noch Zwölf werden folgen.
und 12 weitere kapitel bitte! xDD
hast du tolliq gemacht!! die snd so süß.. hab richtig herzlopfen bekommen… (und lust…)
naja.. hassu super gemacht!! da hab ich endlich mal wieder was zu lesen.. das heißt nicht, dass de aufhören darfst!! xDD
Kommentar von Liana — 14. April 2010 @ 20:28
Das ist ein komplett anderer Schreibstil als sonst °_°
Untypisch, das sticht irgendwie heraus xD Unbewusste Änderung oder bewusst? xD
Ich finde es aber nicht schlecht, diese aneinandergereihten knappen Sätze, wie Gedankenfetzen, sind genau mein Ding =>
Die letzte Szene war echt aufregend ♥ xD Raoul muss leideeeen ;_;
Wieso noch 12 Tage? xD Nur 2 Wochen? Hmm~~ >=>
Kommentar von Cielo — 14. April 2010 @ 22:28