“Wach auf!!”, hörte ich eine verzerrte Stimme in der Dunkelheit. Immer und immerwieder dasselbe rufend.
Das Schwarz das mich umgibt löst sich langsam auf, glitzernde partikel wie Staub in der Morgensonne, bevor ich in meinen Zimmer aufwache.
Moé über mich gebäugt, beide Hände auf meiner Brust, tiefer schmerz in meiner Brust, aus der Nase blute ich.
Das sonst so vor Hass geprägte Gesicht von Moé, hatte nun tiefe Sorgenfalten im Gesicht.
“Du hast aufgehört zu Atmen auf einmal…”, hauchte er, für einen kurzen Moment meinte ich zu sehen das er kurz vorm weinen war.
Lies mich diesen Schmerz vergessen.
Wahrscheinlich lag das nur daran das ich die Brille nicht aufhatte.
Moé und weinen um mich?
Klar und der Dekan sponsort eine gleichgeschlechtliche Ehe…
Gegen Nachmittag ging es mir besser, den ganzen Tag regnete es schon, so als wollen die Wolken mir etwas mitteilen.
Da ich aber weg von Moé wollte, zog ich mir meine Jacke an und schnappte meinen Regenschirm, es war einer diesen großen schwarzen Regenschirme mit dem Logo einer Firma oben.
Hab ihn geschenkt bekommen von jemanden.
Ohne Moé also bescheid zu sagen ging ich raus spazieren, in dieser schwarzen Masse, hier ein Klingelton, da ein schrei, hier wieder Leute die Werbung machten und da wurde gerade einer mit Taschentücher beschenkt.
Oberschüler, Mittelschüler, Geschäftsmänner, Hosts und Callgirls.
Wildes Treiben in Tokyo, dabei war ich noch nicht einmal in irgendwelche Viertel in denen es irgendetwas interessantes geben würde.
“WARTE!!”, hörte ich IHN rufen.
Und da stand er schon neben mir.
Moé.
Zog einen Schmollmund und hackte sich an meinen Arm ein: “Meinst du echt, du wirst mich so einfach los?”
“Ich hatte es gehofft.”, gab ich nur von mir.
Ehe ich mich versah war Moé müde und ich bemerkte das ich einen Wanderweg eingeschlagen bin.
Hose war voller Schlamm, und das ewige Bergauf gehen hatte auch mir richtig zugesetzt: “Einen Moment.”, zog meine Jacke aus und legte sie auf eine Sitzbank in der Nähe, Moé und ich saßen also während es regnet mitten in der Pampa.
Und es war dunkel.
Und mir fiel es erst jetzt auf.
“Sag mal… wo sind wir?”, gab ich von mir.
“WIR SIND MIT DEN ZUG FAST EINE STUNDE GEFAHREN ICH HATTE GEHOFFT DU SAGST ES MIR!”, rief Moé zornig und begann sich das Ende seiner Jeans auszudrücken.
Wow solange war ich schon ewig nicht mehr in Gedanken.
Kramte mein Handy raus, waren eh nur Nummern von verschiedenen Geschäften drinnen, die meiner Familie und Moé: “Na dann bestellen wir uns ein Taxi.”, Moé zog an meinen Ärmel anschließend: “Wieso hast du den Schirm losgelassen?”
“Ich dachte du hälst ihn, immerhin hab ich meine Jacke geopfert.”, gab ich entnervt von mir, sah mich um und beobachtete Moé sein Finger der auf den Regenschirm zeigte der Gemütlich den Hügel vor uns wegflog.
“NEIN HALT!! DAS IST MEIN EINZIGER!”, begann hinterher zu rennen, den Hügel hinab.
Bevor ihr fragt, ja das war kein Weg, ja es war steil, und ja es dauerte keine zwei Minuten bevor ich den Berg runterrollte.
Moé selbst rannte denselben weg, aber etwas gekonnter, dennoch dauerte es nicht viel länger bis wir den gesammten weg den wir zuvor anscheinend in Kurvenreichen wegen nach oben gelangt sind bis auf der Straße unsanft landeten.
Seltsamerweiße war es mir egal, es war mir egal das ich mich mitten in der Pampa befand.
Es war mir egal das mir Schlamm in den Ohren auf dem Gesicht und meine Kleidung klebte.
Mit einer seltsamen neutralität half ich schließlich auch Moé auf die Beine: “Hast du dich verletzt?”, fragte ich leise während der Regen uns noch weiter durchnässte und der Wind uns zufrieren lies.
Die Straßenlaternen leuchteten gerade mal das nötigste, so das wenn ein Auto vorbeifährt wir nicht kollidieren würden.
“Heb mal dein Gesicht hoch.”, gab ich leise von mir, hob sein Kinn hoch und begann mit Hilfe des Regens, dass wie aus einer Gießkanne auf uns prasselte, sein Gesicht sauber zu wischen.
“Raoul?”, tippte mit den Finger gegen meine Brille die einen Riss hatte: “Deine Jacke ist noch oben.”
Zuckte die Schultern: “Ist nichts wichtiges drinnen. Nur meine Geldtasche.”, sein Blick war noch fragend und ich leckte kurz über meinen Daumen um ein hartnäckigeren Fleck von Schlamm an seinen Kinn wegzuwischen können.
Er drückte mich schnell weg und zeigte auf meine Hosentasche in der sich das Handy befand: “Ruf schon einmal das Taxi! Ich hole sie schnell!”, und dann rannte er den Weg wieder hoch.
Natürlich den richtigen Weg.
Nicht den Hügel einfach hinauf.
Zeit konnte ich nicht schätzen, und so bekam ich langsam sorge.
Immerhin befand sich Moé im Wald… alleine… und…
Kopf schüttelnd versuchte ich meine Fantasie nicht oberhand gewinnen zu lassen, nahm endlich das Telefon zur Hand und rief ein Taxi.
Das Taxi kam an, und nachdem ich den Taxifahrer lang und breit darüber aufgeklärt hatte was ich seinen Boss erzählen werde wenn er losfährt ohne zu warten bis ich einsteige, bis Moé wieder da ist oder uns garnicht erst reinlässt da wir so dreckig sind, beschloss auch dieser an der Straße zu warten.
Vor dem Auto stand ich nun mit verschränkten Armen, wartete darauf das Moé zurückkam.
Im Radio hörte ich wie sie sagten es sei schon Mitternacht.
Gerade als meine Fantasie mich dazu brachte durchzudrehen und wieder hochzugehen den Weg sah ich wie Moé kam, hier und da eine Schramme, anscheinend ist er hin und wieder unsanft hingefallen.
“Moé!”, kam die letzten paar Schritte zu ihn, zog ihm am linken Unterarm vorsichtig zu mir: “Was hast du solange gebraucht?”, etwas agressiver als ich vorhatte zu fragen.
“Das Ergebniss zählt, hier ist deine Jacke.”, gab er trotzig von sich und reichte mir meine durchnässte dreckige Jacke.
Riss sie ihm aus der Hand und warf sie dem Taxifahrer zornig vor die Windschutzscheibe: “DIE JACKE IST MIR SCHEISSEGAL! WARUM VERSTEHST DU DAS NICHT?! TÖRICHTES KIND!”
Mein Griff an seinen Unterarm wurde fester, doch er riss sich los, starrte mich ebenfalls zornig an: “WIESO? MEINST DU ICH WEISS ES NICHT DAS ICH DICH STÖRE? HÄLST DU MICH FÜR BLÖD? ICH WEISS GANZ GENAU DAS DU MICH LOSWERDEN WILLST!”
Er war also oben, und hatte überlegt ob er wieder zurücksoll zu mir?
Moé stand oben, und hatte sich wirklich, wirklich ernsthafte Gedanken gemacht, ob ich…
“DU VERDAMMTER IDIOT!! DU DUMMES KLEINES KIND! JETZT HÖR MI-”
“DA HABEN WIR ES! DU SIEHST MICH ALS KIND! NICHTS WEITER!”
“NATÜRLICH DU BIST JA AUCH NOCH EIN KIND!!”
“NEIN BIN ICH NICHT! UND HÖR AUF ZU SCHREIEN!”
“ICH SCHREIE DOCH GARNICHT! DU SCHREIST!”
“WIR SCHREIEN BEIDE DU ALTER MANN!”
Wir holten beide Luft, der Taxifahrer selber holte die Jacke von der Windschutzscheibe und sah dem geschehen fast schon ängstlich zu.
Der Regen prasselte weiter auf uns herab während Moé mehrmals was zu sagen schien wollte.
“DU HAST DOCH NUR AUF MICH GEWARTET WEIL ICH DIE JACKE GEHOLT HABE!”
“WAS REDEST DU FÜR EINEN UNSINN?!”
“ICH HAB NACHGESEHEN! IN DEINER GELDTASCHE SIND ÜBER 150.000 Yen!” (Entspricht knapp 1200€)
“UND AUF DAS GELD HAB ICH GEWARTET, JA?”
“NATÜRLICH, AUF WAS SONST?!”
Schweren Schrittes trampelte ich zu den Taxifahrer, riss ihn meine Jacke aus der Hand und zog die Geldtasche: “DIE DA MEINST DU JA?!”, ging über die Straße, wo sich das Meer erstreckte: “NA DANN SCHAU MAL WIEVIEL SIE MIR BEDEUTET!!”
Ein gekonnter Wurf lies sie mehrere Meter weit weg fliegen bevor sie unterging, dann begann ich meine Schuhe auszuziehen und hinterherzuwerfen, schließlich auch mein Oberteil und zuletzt meine Hose in dem sich Handy, Schlüssel und mehr befand.
Ich schnaubte vor Wut, würdigte Moé keines Blickes und stieg ins Taxi ein: “Kommst du?”, Moé war leise.
Die ganze Fahrt über.
Kein einziges Wort wurde mehr geredet.
Lehnte mich gegen das Fenster, versteckte mein Gesicht hinter meiner Hand und habe mir die ganze Zeit überlegen müssen, ob das wirklich nur Regentropfen von meinen nassen Haaren waren die mir vom Gesicht liefen..
Dritter Tag vorbei… noch grausame elf werden folgen.
Dieser “Stream of conciousness”-Stil vom letzten Mal hängt noch nach..er ist also noch nachdenklich xD
Ich frage mich, was mit Raoul passiert, diese Sachen scheinen ihm körperlich nicht sehr gut zu bekommen Dx
Raoul und Moé sind beide Idioten. Da gibts keinen Raum für Diskussionen x,DDD Idioten, die man einfach lieb haben muss >=>
Kommentar von Cielo — 15. April 2010 @ 21:24
oh das ist ja sooooo süß!!!!! *o*
ich glaubs kaum!! raoul kann sooo süß sein!! .. aber ich versteh moé… ich hätte auch nciht mehr aufhören könne zu schrein… aber das ist ja sooo süß!!!! ^o^
fein gemacht ^-^
Kommentar von Liana — 18. April 2010 @ 16:04