Chapter 03: Moé ist eine Krankheit

Dank Moé der mir meine Nase gebrochen hat, kamen die neusten Gerüchte über mich in der Schule.
Selbst der Dekan glaubte das ich eine Knochenkrankheit habe und wollte wissen warum ich diese verschwiegen habe.
Knochenkrankheit…
Krankheit.
Moé war eine Krankheit.
Ganz bestimmt war er das.
Eine Krankheit die eliminiert werden musste.
Mit diabolischen Gesichtsausdruck malte ich mir aus wie ich das am besten anstelle, ignorierend das manche Studenten aufgrund meines Blickes ihr Seminar wechselten.
Es steigerte auch nur die Hoffnung der Studenten das diese Knochenkrankheit die ich anscheinend hatte zu meinen Tode führen könnte.
Wohl der einzige Grund warum manche doch noch in meinen Seminaren blieben, der Hoffnungsschimmer ich bin bald nicht mehr Professor hier.
Und Moé, dieser verdammte Irre lebte sein Leben, und wirkte völlig unbeindruckt von allen was geschehen ist und was in der Schule dadurch für Gerüchte im Umlauf sind.
Doch… seit ich die Nase von Moé gebrochen hatte, kam ich nicht mehr in THE ROOM.
Ganz normaler Schlaf, traumlos, tief und fest, erfrischt am nächsten Tag, auch im Geiste.
Als wären die letzten 5 Jahren nur ein böser Alptraum gewesen.

4 Tage nach diesen Ereignissen wurde ich auf meinen Handy angerufen.
Mein Handy. Es klingelte vielleicht zweimal im Monat, wenn es hochkommt, und selbst dann sind es nur meine Eltern die wissen wollen wie es mir geht.
Moé.
“Woher hast du Spinner meine Handy Nummer?”
Ich spürte Moé’s gelangweilten Gesichtsausdruck durch das Handy hindurch:”Akten.”
Dieser Spast hatte also einfach in den Akten des Dekans meine Handynummer rausgesucht?
Datenschutz war schon immer überwertet.
“Du meintest bei der Gründung des Kunstclubs, das wenn ich hilfe brauche du kommen wirst. Ich warte auf dich.”
Aufgelegt.
Keine Adresse hinterlassen.
Er wollte das ich dasselbe mache wie er.
Und er hatte gewonnen.
Das erstenmal seit langem mach ich etwas verbotenes in meinen Leben.
Ich sehe in die Schulakten ohne Erlaubniss.

Der Dekan hatte ein prachtvolles Einfamilienhaus. Es wirkte fast schon wie eines dieser traditionellen Dojôs von früher.
Vielleicht war es das auch einmal.
Jetzt war es einfach ein großes Haus in dem die beiden Menschen leben denen ich am liebsten ein paar auf die Fresse schlagen würde.
Immer und immer wieder.
Ich wette es würde niemals langweilig.
Nachdem ich mich mit einem diabolisches Grinsen über diesen Gedanken ausgelebt hatte klingelte ich.

Und da kam es.
Die Begrüßung des Dekans:”Dupont?! Was wollen sie hier?!”
“Auch einen schönen guten Tag, Moé wollte Nachhilfe von mir.”, wollte er nicht.
Aber ich war neugierig, und sollte er wieder etwas freches machen, kann ich meinen Gedanken von eben ja einlösen.

Ich ging die Treppen hoch nachdem ich seine Mutter begrüßt hatte, im Gegensatz zu den Dekan war diese eine schöne schlanke Frau. Unmöglich vorzustellen wie die beiden drei Kinder zeugen konnten.
Drei.
Den Dekan würde ich nicht einmal umarmen, selbst wenn man mir jede Fingerkuppe mit den Kartoffelschäler abschneiden würde.
Und schon garnicht…
Mit blassen Gesichtsausdruck wegen diesen Gedanken, hörte ich lauthals die Musik von diesen Newcomer beliebten Sänger Tamiya.
Laut, sehr laut, hätte ich in meiner Studentenzeit nicht genauso laut immer Musik gehört wäre ich jetzt wahrscheinlich taub.
Tür aufgerissen, starrte ich sein Zimmer an.
Dunkelviolette Wände, beschmiert mit silbernen Lack, Schwarze Stoffe mit Totenkopf Aufdrücke die von der Decke hangen. Sitzsäcke am Boden, gruselige Stofftiere
Ich schürzte meine Lippen und schloss die Zimmertüre hinter mir. Moé hockt auf einen teuren ledernen Bürostuhl der ebenfalls mit Kryptischen Zeichen aus Silberlack verziert ist.
Die Fenster sind angemalt, so das nur schwach Licht in dieses Zimmer kommt. Sie erreichen nicht einmal die aneinander gelegten zwei Matratzen im anderen Eck.
Eine Geste das ich mich auf die Matratzen hocken soll tat ich was er wollte.
Dieses Zimmer… es erinnert mich an meines… früher.
Die Musik wurde abgestellt, die plötzliche Stille wirkte störender als dieser ohrenbetäubend Lärm davor.
Moé selbst setzt sich vor mir und beginnt an meinen Gürtel rumzufummeln. Erst als dieser meine Jeans mir bis zu den Knien herunterzieht kapier ich was er vorhat.
“A-”, weiter komme ich nicht, Moé drückt seine Hand an meinen Mund und flüstert: “Wenn du dich wehrst werde ich losweinen und behaupten du hast mich gezwungen.”, er sah mich noch kurz an lies dann los und machte sich wieder dran mich auszuziehen.
“Ich hasse es,”, flüsterte Moé während er mit einer Hand mein Krawatte entfernte und mit der andere seinen Gürtel: “Wie du immer so korrekt handelst und denkst, ein Schwarzweiss denken, immer für dein Auftreten leben.”
Sein Blick war etwas finster, seine Atemzüge gingen schwerer obwohl noch garnichts passiert war, ruckartig sah er mir wieder in die Augen als hätte er etwas bemerkt.
Seine Hände verharrten an den Stellen wo sie waren, erst jetzt bemerkte ich das man seinen Vater im Gang entlang gehen hörte.
Klar, wie schon erwähnt war Moé’s Vater ein Homo-Hasser, und sehr sehr Christlich erzogen, wenn dieser erfahren würde das sein einziger Sohn…
Ich grinste innerlich und wurde meiner Macht bewusst die sich mir gerade bietete, sein Vater wäre es egal ob ich ihm vergewaltigt hätte oder nicht, das was ihm wirklich beschäftigen würde wäre das sein Sohn sex mit einen Mann hatte.
Doch ehe ich meine überlegenheit mit einen offiziellen grinsen verkünden wollte sah ich das Moé sein Gesicht etwas verlegen wurde.
“Was?!”, stoß es mir erschrocken vor, schlichtweg unmöglich zu begreifen das ER emotionen jenseits von Hass und noch mehr Hass und etwas Verachtung in sich bergen konnte.
Und da geschah es.
Seine Lippen trafen meine, meine Augen weiteten sich als noch seine Hände zusätzlich ihren Weg unter mein Blaukariertes Hemd fanden. Der Blick nach den Kuss war seltsam, als hätte er etwas getan das einen Seelenstriptease gleicht.
“Du bist immer korrekt, lässt niemand deine Schwächen anmerken, Leute wie dich hasse ich von ganzen Herzen.”, hauchte er, sein blick jenseits von allem was ich als ‘Hass’ definieren würde.
Als ich nackt auf seinen Matrazen noch saß, und er nur noch sein Shirt anhatte zögerte er, entschied sich dann doch sein Hemd anzubehalten und drückte mich soweit zurück das ich mit den Rücken an die kalte Wand kam, so das Gänsehaut meinen Körper durchfuhr.
Gerade als ich mir wieder bewusst wurde das ICH eigentlich die Oberhand hatte und ihn zurückstoßen wollte begann Moé mich wieder kurz zu küssen, sehr kurz.
Man merkte er hatte kaum erfahrungen im küssen, umso mehr in das was seine Hände gerade taten…
Seine Lippen streiften meinen Hals herunter immer tiefer während seine Hände meinen Körper hochfuhren.
“Wie ich dich hasse…”, hauchte Moé noch ein letztes mal bevor ich erwiderte: “Das beruht auf Gegenseitigkeit.”

Draussen war es schon dunkel als Moé das 5. Kondom wegräumte und endlich zufrieden schien.
Sexsüchtig. Dieser Bastard war EINDEUTIG Sexsüchtig.
Schwer atmend lag ich noch auf der Matraze als ich beobachtete wie Moé seinen digitalen Wecker nahm: “Du hast 5 Minuten und 30 Sekunden um dich anzuziehen und zu verschwinden.”
Und da rannte sie auch, die Zeit, provizierend rückwärts und mit seinen Licht auf die Wand gestrahlt.
Mein Blick undefinierbar, rappelte mich hoch zog mich an versuchte halbwegs die Krawatte zu richten bevor ich aus den Zimmer stürmte und dann so elegant es ging nach einer Vergewaltigung die Treppen runter zum Ausgang, glücklich nicht den Dekan zu sehen der wahrscheinlich verwundert wäre was der Professor um 23.00 PM noch hier will.


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Chapter 02: Das Nichts

Hast du jemals Nichts geträumt. Ich meine DAS Nichts.
Vom ewigen nichts, jenseits allen was war und sein wird.
Ich habe es geträumt…
Noch in derselben Woche nachdem ich Moé kennen gelernt hatte.
Alles weiss, ich war mir nichteinmal sicher ob das unter meinen Füßen feste Materie nichts.
Ob mich das weiß blendet, oder ob ich einfach nur Blind war.
Und ob ich gerade wirklich Sauerstoff durch meine Lungen presste…
Lange drehte ich mich immer wieder in Kreis bis ich mir meiner Situation bewusst, meine Instinkte kontrollierten meinen Körper, wie ein Tier. Jenseits von Verstand und Vernunft rannte ich los, ohne System, ohne Hintergedanken, rannte und rannte, immer weiter, immer schneller.
Schließlich stoß ich mit etwas zusammen, eine Materie vor mir, wie eine Wand, ich tastete und tastete bis ich vor einer Tür stand.
Rütteln, zerren, reissen, wie immer keine Geräusche, tiefe Atemzüge der Erschöpfung rauben mir meine letzte Kraft. Doch bevor ich mich geschlagen geben wollte riss ich sie auf.
Endlich.
Befinde mich nun in einen Raum. Einen weissen Raum.
Ohne Fenster, ohne weitere Türen, die Tür hinter mir ist verschwunden.
In der Mitte ein Tisch, klein, gerade mal Platz für 2 Gläser und vielleicht um sich abzustützen. Und einen Stuhl.
Als ich den Tisch berühren will reisst mich mein Wecker aus den Schlaf.

Ein weiterer normaler Schulalltag.
Wie immer, diese dummen Studenten die absolut nichts können. Man merkt es ihnen an das sie nur studieren um hinauszuzögern das sie nicht arbeiten müssen. Wo sind diese leidenschaftlichen Studenten von früher, von meiner Zeit? Die etwas gelernt hatten weil es ihnen Spaß macht? Wie ich diese dummen Schüler doch hasse.
Alle dumm.
Ausser ich.
Moé kein bisschen besser. Endlich bemerke ich ihn mal. Bemerke was er macht während ich unterichte.
Schreiben, schreiben, schreiben, malen, malen, malen.
Gehe die Treppen hoch zu seinen Platz, eigentlich war ich darauf vorbereitet irgendwas unproduktives zu sehen.
Dem war nicht so.
Wunderschöne talentierte Typographien, eine Geschichte, so auf den Blättern geschrieben das die Buchstaben ein Bild ergaben passend zum Kapitel.
Und er schrieb nicht über irgendwas.
Er schrieb über…

THE ROOM

Erst hielt ich es für einen Zufall, und das nur ich selbst über die Träume Bescheid weiss.
Aber anscheinend waren wir verbunden, denn er schrieb genau das was…
Unglaublich.
Er hatte mich damals in der Ubahn doch bemerkt, nur gekonnt ignoriert.
Moé blickt auf erschrocken und stößt mich weg: “LIES NICHT FREMDE SACHEN!”, schrie er, die Studenten starrten ihn ängstlich an, als habe Moé sich in Bratensoße gebadet und würde nun vor einen Kannibalen stehen – der Kannibale bin ich wohlgemerkt.
Ich hob das Buch des Tischnachbarns vor ihn und schmetterte es unsanft über seinen Hinterkopf: “Leise, dies bleibt bei einer Verwarnung.”, bestimmter Ton. Dann wieder zurück zum Lehrerpult.
Respekt, wo war er geblieben?
Nicht nur dumme Menschen, sondern auch respektlose Menschen.
Wieso können die mich alle nicht in Ruhe lassen…

Nach den Untericht wurde ich Zeuge wie Moé all seine geschriebene Werke in den Papierkorb warf, es war, als blutete mir das Herz.
Ein frecher Zwerg war er, nicht einmal symphatisch und mein absoluter in Materie gewordener Alptraum.
Aber! Diese Zumutung auf zwei Beinen hatte Talent, großes Talent.
Als alle Studenten verschwanden kramte ich im Papiermüll nach seinen Werken. So talentiert geschrieben, und nur über THE ROOM.
Er wusste etwas, etwas das ich nicht wusste… und ich musste rausfinden was.
Aber direkt fragen könnte ich ihn niemals.
Moé würde es ausnützen, oooooh wie würde es dieser Bastard ausnützen…

Einer der harmlosesten Texte in der Hand ging ich schnellen Schrittes zum Dekan, diesen elenden Spießer, der alles was gegen die Norm und der Tradition verstößt am liebsten aus der Schule werfen würde… nicht zuletzt diesen Schüler dessen Sexualität nicht Hetero war.
“Dupont? Was gibt es denn?”, wurde ich freundlich – spürt ihr die Ironie? – empfangen. Er selbst mit seinen Bauch in den Stuhl hockend als wäre er Hochschwanger, mit einen Taschenrechner zu seiner linken und einen Kulli zur rechten, seine Halbglatze spiegelte mein Gesicht dass zeigte das ich etwas ‘durch den Wind’ war.
“Es geht um ihren Sohn, Moé.”, eröffnete ich die Kunde und knallte das vollgeschriebene Blatt von Moé auf den Tisch des Dekans um – durchaus erfolgreich – seine vollkommene Aufmerksamkeit zu bekommen: “Was ist mit Moé?”
Mit der anderen Hand tippte ich an das Blatt: “Ihr Sohn hat überaus großes Talent in der Literatur, und nicht nur das, er ist gleichzeitig künstlerisch begabt. Ich habe nichts Vergleichbares in meiner Studienzeit gesehen. Dieses Talent muss gefördert werden!”, bestimmender Ton meinerseits, seltsamer Blick des Dekans seinerseits.
“Moé soll was ‘greifbares’ studieren, nicht SO etwas. Kunst und Literatur ist für dumme Menschen die es nicht zum Arzt bringen, oder etwas vergleichbares Brauchbares das der Gesellschaft auch etwas nützt.”
Und schon wurde mir bewusst woher Moé seine direkte Art hatte die schmerzhaft unter die Gürtellinie ging.
Als erfolgreicher Absolvent in Kunst und Literatur hatte ich es ja doch zu etwas gebracht, nicht?

Es war bestimmt nicht gesund meinen Zorn runterzuschlucken, denn mein Magen war einfach nicht in der Lage dies zu verdauen.
So ergriff ich selber Initiative, fand einen unbenutzten Raum und bestimmte es ohne weiter nachzufragen zum Kunst Club Raum.
Mitglieder?
Ich und Moé.
Reicht.
Inoffizieller Club der Menschen die in THE ROOM, kommen können wenn sie schlafen…

Selbstverständlich war Moé kein bischen dankbar über meine Unterstützung, ignorierte mich wenn wir beide im Club saßen und schrieb an seinen Werken. Mir war es recht. Er würde eh wie immer seine Werke wegwerfen, und ich brauchte nichts weiter zutun als zu lesen was er schreibt, bis ich auf DAS stoße, dass mir endlich weiterhilft.
Doch ein Satz las ich immer wieder, draussen wurde es bereits dunkel als ich schon begann es laut vorzulesen was Moé geschrieben hatte:

“Das nächstemal wenn Raoul in meinen Traum erscheint, werde ich ES tun.”

Was wird er tun? Wieso SEINEN Traum? Wenn hier wer in seinen Träumen ist dann wohl ER in MEINEN!
Doch es beunruhigte mich, hach was es beunruhigte es mich…

Seit einigen Tagen nun trinke ich Kaffee, Kaffee, Kaffee, Energietrinks, Kaffee, Push Up Tabletten, ja nicht einschlafen Raoul.
Immer wieder vorhaltend das dieser Zwerg von Emo irgendetwas mit mir vorhatte…
Vier Tage her seit ich zuletzt geschlafen hatte. Mein Körper zeigte das durch Zitteranfälle, Schwäche, spontanen Energieschüben die ersetzt wurden durch ‘fast einschlafen’ unterm gehen.
Hoch und runter der Extreme.
Unlogisches Zeug gab ich inzwischen von mir, war aber auch aggressiver wie sonst, so das keiner der Studenten traute was zu sagen, mir zu widersprechen oder gar mich zu verpetzen bei wem.
Unfähig mit diesen strapazierten Nerven nun auch noch eine freiwillige Stunde mit Moé zusammen zu sein ließ ich ihn alleine im Clubraum, musste ja nur die Werke wieder aus den Papierkorb holen…

Die Arbeiten der – wie gesagt dummen – Studenten korrigiert ging ich wieder in den Club Raum, ich war sicher das Moé schonlange weg war. Doch falsch gedacht.
Unbemerkt wurde ich Zeuge eines unproduktiven Aktes.
Keisuke Tetsuya, einer der wohl normalsten Studenten hier auf der Uni, so auffällig wie ein Ast auf einen Baum, hatte gerade Sex mit Moé.
Ja, ich erwischte wie der Sohn des wohl größten Homohassers der Welt Sex hatte, auf den Lehrerpult des Clubraums.
Interessant zu erwähnen wäre ist vielleicht das dieser rotzfreche Balg tatsächlich im Sex die Frauenrolle hatte – haha!
Wenigstens geschützten Verkehr…
Ich schlich mich wieder raus, hatte schon zuviel gesehen und zuviel gehört.
Als Keisuke verschwand ging ich wieder in den Clubraum, packte Moé an den Schultern, mich selbst überraschend sogar besorgt: “HAST DU DEN VERSTAND VERLOREN?!”, schrie ich ihn an.
Zitterte etwas.
Ich brauchte schlaf, ach was brauchte ich schlaf… oder zumindest Kaffee den man sich direkt ins Blut injizieren kann.
Eine Begründung warum ich so besorgt war hatte ich – Moé hatte Talent – Talent das ich fördern wollte!
“Wieso tust du das? Was machst du wenn dein Vater das rausbekommt? UND WIESO ZUM HENKER EIN MANN?!”, Moé starrte mich an, wie ein kleines Kind das man für etwas getadelt hat das garnicht in seiner Macht liegen würde.
Als würde man einen Vogel tadeln das dieser nicht tauchen kann.

Seit diesen Tag kam Moé nicht mehr in den Clubraum.
Wenn sich unsere Blicke trafen spürte ich einen gewaltigen Hass von Moé auf mich.
Ein Hass tiefer als die Hölle jenseits von Gut und Böse und jeglicher greifbaren Verständniss.
Mit dem Nerven am Ende vergaß ich sogar meinen Kaffee, und fand meinen Schlaf mitten im Unterricht.
Doch diesmal war ich nicht im Nichts.
Ich befand mich wieder in dieser fast schon vertrauten monochromen Umgebung.
Und auch Moé…
Niemand sonst im Seminar Raum.
Nur wir beide, und der Hass von Moé der die Luft fast schneidbar machte.
Gekonnte 2 Sprünge über die Tische und noch einen Sprung über den Lehrerpult sorgten dafür das Moé zielgerade auf mich landete.
Er rüttelte, schüttelte mich, glasige Augen als wäre er kurz vorm Weinen ließen mich wehrlos sein.
Wenige aber gekonnte Schläge in meinen Gesicht landeteten als ich aufgeweckt wurde von einen Studenten.
“Entschuldigen Sie…”, sagte der Ottonormal Student und starrte mich erschrocken an.
Schmerzen im Gesicht setzten mich wieder zu Bewusstsein.
Meine Nase war gebrochen…

“Schau nur, Raoul der Teufel hat sich im Schlaf die Nase gebrochen.”, tuscheln die Studenten während sie einen Kreis um meiner bildeten…


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Chapter 01: Intro

“Schau nur, Raoul der Teufel hat sich im Schlaf die Nase gebrochen.”, tuscheln die Studenten während sie einen Kreis um meiner bildeten. Meine Nase schmerzte nicht halb so sehr wie mein Stolz, bei den Blicken der Schüler.
Ich blicke zu den Schwarzhaarigen Jungen, sein Name ist Moé Tono, ein Emo Scene Kid wie er im Buche steht.
Unsere hasserfüllten Blicke ließen Funken schlagen, aber am besten sollte ich die Geschichte von Anfang an erzählen.

Mich als Person:
Mein Name ist Raoul Bartholomew Dupont bin 29 Jahre alt, ich bin Literatur und Kunst Universitäts Professor in der Tōdai (In Tokyo), mein Vater und meine Mutter kamen nach Japan als sie bereits Hochschwanger zu mir war. Durch unwillkommene Zufälle waren sie gezwungen fast 13 Jahren dort zu verbringen. Ausserdem habe ich einen kleinen Bruder, sein Name ist Andrej, er war erst 3 Jahre alt als meine Eltern wieder nach Kreta flogen.
Auf eigenen Wunsch hin blieb ich in Tokyo mit 14 Jahren und habe mich so all die Jahre durchgeschlagen.
Unproduktive Dinge mag ich nicht, sei es Gleichgeschlechtliche Liebe, Hochzeiten oder sinnlose Mails schreiben.
Wenn meine Schüler mit ihren Handys mailen, werfe ich schnell mit Büchern nach ihnen oder drücke Kreide auf die Tafel. Deswegen habe ich den Ruf ‘Raoul der Teufel’ bekommen.
Ich bin der unbeliebteste Lehrer der Schule geworden.

Moé als Person:
Er ist der einzige Sohn des Dekans, und mit seinen 19 Jahren das jüngstes Kind dazu. Wie bereits erwähnt ein Emo Scene Kid. Seine Existenz ist ‘Subatomar’, ich habe erst 3 Monate später erfahren, dass ich einen Schüler namens Moé habe.
Doch ich bin nicht der Einzige der ihn nicht bemerkt. Die einzigen Situationen in denen man ihn bemerkt sind die Sportevents, wider seiner 167 cm kleinen Statur ist er ein sportliches Ass, es scheint nahezu, als ob der Sport einzig für ihn allein erschaffen worden wäre.
Seine direkte, ehrliche Art gehen in 80% aller Fälle unter die Gürtellinie. Freunde scheint er keine zu haben.
Und das schlimmste von allen, er ist wahnsinnig talentiert in Typographie, und als ob das nicht alles wären erzählen seine Typographien Geschichten… und nicht irgendeine Geschichte… eine Geschichte über einen Ort.
Einen Ort über den ich selber einen ganzen Roman schreiben könnte…

The soundless room.

“Wer ist da?”, ich wusste schon immer dass da was war, warum wohl?
Als Kind hatte ich es schon gefühlt, verstand es aber nie.
Dann blieb die Uhr stehen, wie sie es jede Nacht tat, nein, sie blieb nicht stehen, ich vernahm nur ihr Ticken nicht mehr…
Und schon wieder war ich in diesem Raum…
Mein Schlafzimmer ist in Schwarz und Weiss Tönen gehalten, und ich meine wirklich, Schwarz und Weiss, kein Grau.
Ich selber bin Farbe.
Nun gab es keine Geräusche mehr. Nichts gab es mehr. Unfähig deine eigene Gedanken zu hören rennst du in den Raum hin und her, versuchst Fenster einzuschlagen, das einzige was dich jetzt noch lenkt ist dein Instinkt.
Die Fenster geben nicht nach, die Türen können nicht aufgebrochen werden, alle deine Emotionen können nicht zurück gehalten werden, alles bricht aus dir heraus.
Du bist an einen Ort wo in Ruhe gelassen wirst von Blicken, in Ruhe gelassen wirst von deinen Gedanken und irgendwelchen Geräuschen.
Bist du erstmal in dieser… Dimension (?)… bist du das einzige Lebewesen…
Egal wo ich einschlafe. Egal wo ich mich befand, sobald ich einschlafe befinde ich mich in einer schwarzweissen Umgebung wieder.
Unfähig klar zu denken.
Jedesmal kurz bevor ich meinen Verstand am verlieren war, konnte ich aufwachen.
Mein Körper erholt und entspannt, mein Geist hätte wohl sowas wie nervöse Zuckungen.
Diese ‘Träume’ hab ich schon bald 5 Jahre. Therapien, Medikamente, nichts nützte.
Irgendwann wurde ich als Hypochonder eingestuft und nicht mehr ernst genommen.

Und vor einem Monat traf ich ihm. In diesem abstrakten Traum.
Moé.
In dem Ubahn Wagon eingeschlafen, saß er nur wenige Meter gegenüber von mir auf der Bank. Er schrieb, sehr schnell, sehr intensiv, vertieft und immer schneller, seine Finger wirkten wie die eines Roboters, schnell, zielgerade, schöne Schrift.
Aber, als ich ihn das erstemal begegnete, war es mir egal was dieser Junge da tat, ich war erleichtert, wirklich-wirklich erleichtert.
Die erste Veränderung seit ich in diesen Hirngespinnst geraten war.
Unmöglich die Aufmerksamkeit von Moé, der damals mir noch unbekannte Junge, auf mich zu ziehen, fiel ich freudeweinend auf den Wagonboden.
Schwarzweisser Wagon, alle Menschen waren weg, alle Geräusche waren weg, der Wagon selber bewegte sich weiter, sofern ich aus den Fenstern sehen konnte und dadurch beurteilen.

Erschrocken riss ich die Augen auf, eingenickt in Wagon. Ich zog meine Brille mit den Cyan farbenden Metallgestell ab, und begann die Gläser zu putzen.
Blickte zu der Stelle an dem der schwarzhaarige Junge saß. Doch dieser Platz war leer.
Aus den Augenwinkeln sah ich ihn aussteigen, riss mich hoch wollte ihn hinterher rennen, doch da schlossen sich schon die Türen des Wagons und er fuhr weiter.

Das Wochenende vergang wie immer, ich versuchte krampfhaft wach zu bleiben, half dabei den Kaffee Konzernen zu überleben und irgendwann schlief ich ein bis mich mein Wecker aus den Alptraum weckte und es Montag morgen war.
Zeit für die Arbeit.
Ablenkung würde mir gut tun…

Zeit, wo war diese geblieben, rannte durch das Universitätsgebäude in den Seminar Raum und gerade noch rechtzeitig.
Bereitete die Powerpoint Präsentation hervor, den Beamer, die Rede und das Buch.
Noch immer genug Zeit um zu schauen ob man mir ansah das ich das ich nicht wirklich fit war.
Türe auf und da passierte es.
Ich stoß mit den Jungen zusammen dem ich am Freitag in THE ROOM gesehen hatte.
Ein erschrockener laut meinerseits und langes starren ließen den Jungen endlich kurz auf mich hochsehen.
Augenkontakt.
Wenn Blicke töten könnten…
dann wäre es ein sehr langsamer und qualvoller Tot geworden.
Einen ‘death glare’ einer anderen Kategorie.
Hatte ich dem Studenten was getan, und sowieso, seit wann war er hier Student? Und auch noch in meinen Kurs?
“Wie ist dein Name?”, unterkühlte Stimme und mein Gesicht wieder hergestellt – und zwar unbeindruckt, er wollte weiter gehen aber ich griff an seiner Schulter: “Und was hast du in meinen Kurs zu suchen?”
Der Rücken von ihm noch zu mir gedreht hörte ich: “Tono. Tono Moé. Ich bin seit diesen Semestern in deinen Seminaren.”
So ein Quatsch, das würde ich doch bemerken! Oder etwa… wieso sollte er lügen?
“Ganz schön peinlich für Raoul den Teufel, seine eigene Studenten nicht zu kennen, was?”, er drehte sein Gesicht zu mir und grinste, ein dämonisches grinsen.
“Wie auch immer, auf deinen Platz.”, ließ seine Schulter los und ging richtung Büro. Dort wird schon irgendwo ein Spiegel rumliegen, an dem ich endlich schauen kann wie ich eigentlich aussehe.
Und ein Kaffee wäre auch nicht schlecht.

Während des Schultages beobachtete ich dieses ‘Möchtegern Scene Kid’, und tatsächlich schien ich nicht der einzige zu sein der seine Präsenz nie war nahm.
In den Schulregistier nachprüfend fand ich ihn. Tatsächlich. Der Sohn des Dekans.
Mit ihm durfte ich es mir nicht verscherzen.
Job ist Job…

Aber es sollte noch schwerer werden, als gedacht, mich nicht auf diese Niveau herabzulassen auf dem sich Moé befand…


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